HAUSKAUF, GRUNDSTEUER
Ich habe in meinem Leben ein Haus und ein Grundstück gekauft und wieder verkauft. Bei Kauf und Verkauf wurden Grunderwerbssteuern (3,5% des Kaufpreises) fällig, wenn ich mein Haus nach weniger als zehn Jahren wieder verkaufen muss, z.B. weil ich ins Ausland gezogen bin, muss ich zusätzlich eine Spekulationssteuer bezahlen, wenn ich einen höheren Preis erziele als beim Kauf. Ferner fallen bei jedem Grundstück Grundsteuern an.
Dies sind gute Beispiele für das Raubrittertum, dem wir seit Jahrzehnten zustimmen. Mit welchem Recht beansprucht der Staat eine Beteiligung am Verkauf eines Hauses. Wenn das Haus zehnmal in einem Jahr verkauft werden sollte, fällt diese Gebühr zehnmal an. Mir fällt da nur der Songtext von Dire Straits ein: „Money for nothing and the Cheques for free“ Der Staat erhält Geld, ohne dafür in irgendeiner Weise eine Gegenleistung zu bringen, denn natürlich kosten die Behördengänge, ein und Umschreibungen auch noch Geld. Eine weiter maximal sinnlose Geldverschwendung in diesem Zusammenhang sind Maklergebühren zwischen 3,57 und 7,14% des Kaufpreises, die sich nicht nach Aufwand und Zeit des Maklers, sondern nach dem erzielten Preis richten.
Als besonderes Schmankerl kommt noch dazu, dass eine gesetzliche Pflicht besteht, den Kauf bei einem Notar durchführen zu müssen. Dieser Notar erhält eine erhebliche Summe für eine Arbeit von nicht einmal einer Stunde: Er füllt die Daten des Käufers und Verkäufers in ein Standardformular ein und liest dieses vor. Beantwortet bei Bedarf ein paar Fragen oder übersetzt das Juristenlatein in deutsche Sprache, nimmt die Unterschriften entgegen und bezeugt diese.
Anschließend überwacht er den Geldfluss und informiert (online und automatisch) die Behörden. Es ist der höchstbezahlte Vorleser der Nation. Die Kosten sind unabhängig vom Aufwand, sondern orientieren sich am Kaufpreis und betragen 1,5 bis 2% des Kaufpreises. Eine Unverschämtheit. Da die Tätigkeiten in der Regel auf Schreibkräfte delegiert werden, liegt es nur am Notar vorzulesen, zu unterschreiben und zu kassieren.
Ein Traumberuf. Da erst der Notar den Kauf rechtskräftig macht ist er kein Kann (wie beim Makler), sondern eine muss! 5,5% des Kaufpreises sind damit schon mal durch staatliche und Pseudostaatliche Institutionen gestohlen. Zusätzlich entstehen Kosten für die Mehrwertsteuer des Notars also zusätzliche 19% auf den Diebstahl und Beurkundungsgebühren (ca. 1000€) Die Spekulationssteuer richtet sich nach dem eigenen Steuersatz: z.B. 40% die der Staat vom Gewinn wegnimmt. Stellen wir uns ein Objekt in 2-facher Millionenhöhe vor. Eine Million wäre Gewinn, da das Objekt nach 1 Jahr verkauft wird. Nehmen wir an unser Makler, den wir genommen haben, weil wir den Verkauf ja schnell durchführen wollten und im Ausland waren, möchte 6%, obwohl bereits der erste Kunde zugesagt hat. und die Bank möchte noch eine Vorfälligkeitsentschädigung für den nicht zu Ende geführten Kredit. Bei einem Millionenobjekt und noch langer Laufzeit kommen hier schnell mehr als 100.000 zusammen.
400.000 wären schon mal für den Staat wegen der Spekulationssteuer. 90.000 für Notar und Grunderwerbssteuer 120.000 waren für den Makler 100.000 für die Bank
Natürlich ist das eine Überschlagsrechnung, aber nicht unrealistisch.
Hier verdienen also eine große Anzahl an Menschen beim Hausverkauf kräftig mit. Wenn das Haus mehrfach verkauft wird, ist dies eine Einnahmequelle ohne Ende. Wie kann der Staat am gleichen Objekt mehrfach die gleichen Forderungen stellen, obwohl ihm weder das Haus noch Grund und Boden gehören. Warum akzeptieren wir derartige Raubüberfälle und zahlen alles brav nach dem Motto: Das ist halt so, dass muss man akzeptieren. Jesus sagte zum Thema Steuern: Gebt dem Kaiser was des Kaisers ist und bezog das auf eine Münze. Das Haus, das Grundstück, der Vertrag gehören aber nicht dem Kaiser, sondern dem einzelnen. Wie kann so etwas als Recht empfunden werden. Wie kann der Staat für mein Eigentum eine Steuer erheben? Wieso lassen wir solche Regeln zu? Wir müssen anfangen ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, in welchen Fällen eine staatliche Gebühr nachvollziehbar ist und in welchen Fällen es sich um reine Geldmacherei handelt.
Es dürfte nur wenigen Lesern bekannt sein, dass dies in anderen Staaten so noch üblich ist. Kaum einer weiß (ich wusste es vor zwei Jahren auch noch nicht), dass Deutschland Rekordhalter in Sachen Steuern ist, in Europa mit die schlechtesten Renten hat und Weltmeister in Sachen Energie und Nebenkosten ist. Kein Arbeitnehmer in Europa verdient im Vergleich zu den Abzügen so wenig wie die Deutschen. Deutschland führt bei der Altersarmut, verschenkt aber ungezählte Milliarden aus dem Steuersäckel an Länder,
deren Bürger es bei objektiver Betrachtung besser geht als dem eigenen Volk.
Wir haben nebenbei auch die höchste Anzahl an Behörden und Politikern: Weltweit! Das komplizierteste Steuersystem und leistet sich im Gegensatz zu z.B. Luxemburg eine Taskforce (Steuerfahndung) die auf der Jagd nach Steuersündern ist. Der Spitzensteuersatz in Luxemburg beträgt 17%. Ich habe während meiner Ärztlichen Tätigkeit einen Steuersatz von 42 bi 45% zahlen müssen. In Deutschland liegt der durchschnittliche Steuersatz um die 20% in Luxemburg bei 8%. Ein nicht erfolgreicher, möglicherweise schlechter Arzt hat also in Deutschland nur die Hälfte der Steuern bei gleicher Tätigkeit bezahlt? Ich glaube nicht, dass der Staat einen Anspruch auf mein oder Euer Eigentum hat. Ich denke nicht, dass er ein Recht hat sich in Hausverkäufe, Geschenke oder Erbe einzumischen. Der Staat sollte genau wie der Bürger selbst Geld verdienen mit eigenen Firmen, die dem Volk gehören und daraus die Gelder generieren, die er braucht, um seine Strukturen aufrecht zu halten. Dieser kleine Kunstgriff würde schnell zu einer Reduzierung von Posten, Ämtern und Behörden führen. Da ich an andere Stelle ausführe, dass ich denke, jeder hat das Recht auf die gleiche Bezahlung und nur der persönliche Einsatz und Engagement entschieden darüber wer mehr oder weniger verdienen wird, gilt natürlich das gleiche für die Steuern – die aber im Grunde sowieso keine Daseinsberechtigung haben. Eigentum bleibt Eigentum. Ob ich mein Haus am Ende verkaufe, verschenke oder dem Erdboden gleich mache, sollte einzig und allein dem Hausbesitzer vorbehalten werden.