Kapitel 023

PATENTE

Dr. Bodo SchiffmannGeschrieben Juli–September 2022Originalseiten 120–126
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Bill Gates ist damit reich geworden, dass er eine Software verkauft hat, die er gar nicht hatte. Er verlangte eine Lizenz für jedes verkaufte Exemplar, anstatt wie bis zu diesem Zeitpunkt üblich, das gesamte Produkt an IBM zu verkaufen. Für IBM ein gutes Geschäft, denn sie mussten keine großen Summen für ihr Betriebssystem aufwenden, für Gates das beste Geschäft den er verdiente so an jedem Rechner der auf den Markt kam und hatte ein Quasi – Monopol geschaffen. Das verrückte daran war, dass er das eigentliche Betriebssystem faktisch gestohlen hat, statt selbst Energie dafür aufzuwenden. Damit es ihm nicht genauso ging, hat er angefangen, nahezu jede Idee in ein Patent umzuwandeln, auch wenn sie nicht von ihm selbst ist. Seine Software und der Programmcode dagegen wurden ebenso gut geschützt wie die Geheimformel für Coca Cola. Er entwickelte Webbrowser, die schlechter waren als die Konkurrenz hat aber im Gegensatz zu seinen Gegnern auf dem Markt diese billiger angeboten und eine bestehende Plattform angeboten um zu werben. Der Siegeszug kam als AOL seine Software auf ihre Datenträger zur Installation des Internetzugangs gebrannt hat und diese damit millionenfach verteilt haben. Bill Gates hat auch innerhalb seines Programmcodes dafür Sorge getragen, dass unabhängige Softwareanbieter immer wieder Programmabstürze erlitten und hat damit die Menschen von seiner eigenen Software abhängig gemacht. Er war auch einer der ersten, der eine Software zeitlich begrenzt hat, so dass heute die Office Familie als Softwarepaket nur noch als Abonnement zu haben ist. Hatte jemand gute oder bessere Ideen, wurden diese aufgekauft und patentiert, so dass weiter ein Pseudomonopol besteht. Es gibt aber auch eine andere Welt, die für viele noch nicht einmal bekannt ist. Es gibt kostenlose, freie Betriebssystem, bei denen jeder

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den Quellcode nicht nur ansehen, sondern bei Bedarf sogar ändern kann. Es gibt Office Pakte, die im Funktionsumfang denen der professionellen Anbieter in nichts nachstehen. Diese kommen ohne Überwachungsmechanismen aus, jeder kann den Code verändern und für sich anpassen. Das Konzept bezeichnet man als Opensource – offene Quelle und lebt davon, dass Menschen im Grunde immer danach streben etwas zu perfektionieren und zu verbessern. Leider stößt auch dieses Konzept an seine Grenzen, da Firmen wie Microsoft akribisch danach fahnden Patentrechts oder Copyrightsverstösse zu ahnden. Ähnliches gilt für die Musik. Als die Beatles ihre Karriere begannen, lebten sie davon bekannte Musikstücke zu covern und erst mit der Zeit ihre eigenen Musik zu entwickeln. Ich weiß nicht, ob Joe Cocker bei seinem legendären Auftritt in Woodstock („With a little Help from my friends“) mit GEMA oder Copyrightsverstössen überzogen wurde? Wenn heute jemand ein Foto von John Lennon ohne Genehmigung verwendet, bekommt er es sofort mit seiner Frau Yoko Ono zu tun. Ich selbst gelte als Person der Zeitgeschichte und des öffentlichen Interesses und habe daher kein Recht am eigenen Bild. Quelle: https://www.g-s-legal.com/yoko-ono-lennon-stoppt-rechtswidrige-foto-nutzung-durch-verschwoerungstheoretiker-heikoschrang/

Wenn jemand einen Antrieb erfinden würde, der nur noch einen Tropfen Benzin pro 100 Kilometern bräuchte und würde dazu eine Technik verwenden, die sich Jemand hat patentieren lassen, (auch wenn dieser niemals selbst in der Lage war etwas zu realisieren), dann würde man den Umsetzer wegen Patentsrechtfragen verklagen. Solche Techniken werden immer gestoppt, oder deren Erfinder kommen auf geheimnisvolle Art ums Leben. Quelle: https://t.me/AAM_Links/581974

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Analog gilt dies für die Medizin und alle anderen Bereich des Lebens. Wenn man diese Umstände einmal objektiv von außen betrachtet, behindert der Patentschutz einen weiteren Fortschritt, da jeder Erfinder einen Pulk von Anwälten oder Detektiven beschäftigt, um Geld zu verdienen, wenn jemand seine Idee endlich umsetzen würde, statt sie selbst umzusetzen. Bleiben wir bei meinem Lieblingsbeispiel: Bill Gates hat keine eigene Leistung erbracht, um das Betriebssystem QDOS in MS-Dos zu verwandeln. Der eigentliche Erfinder ging dabei leer aus und ist einsam gestorben. Die Leistung von Gates steht in keinem Verhältnis und eine Weiterentwicklung war nicht mehr möglich. Stellen wir uns vor, es wäre ein Gesetz jede Software als Opensource zu generieren, jedes Lied wird zu einem Volkslied. Wird dann nicht trotzdem der beste Künstler die beste Interpretation hervorbringen, ist dies kein Ansporn immer besser zu werden, statt sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen?

Der Erfinder wird immer der erste sein, der etwas veröffentlicht und er sollte auch als Quelle genannt werden wenn er dies einfordert. (Denkt mal an Pixabay, wie viele Fotografen ihre Leistung freiwillig und unentgeltlich zur Verfügung stellen und noch nicht einmal darauf Wert legen genannt zu werden ?

Kein Musiker, Schriftsteller oder Maler wird dies hören wollen aber schadet es der Mona Lisa, wenn sie jemand kopiert? Schadet es den Beatles wenn Joe Cocker sie covert? Oder schadet es meinem Buch wenn jemand meine Ideen weiterentwickelt, so lange er mich als Quelle angibt und die Ideen mit seinem eigenen Namen weiterspinnt und auc dafür gerade steht? Das einzige Patent, was ich für sinnvoll halte, ist der Mensch selbst. Jeder ist einmalig. Jeder ist sein eigener Patentinhaber und ich möchte nicht geklont oder Transhumanistisch von anderen weiterentwickelt

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werden. Ein Musikstück kann von zwei verschiedenen Komponisten nahezu gleich komponiert werden, wenn einer von beiden es nicht schützt, darf er seine eigene Musik nicht spielen. Bilder können sich ähneln, aber wehe, einer hat das Bild für sich geschützt. Wenn z.B. zwei Menschen direkt nebeneinander eine Aufnahme von einer Bühne machen (1.8.22) und einer der beiden schützt sein Bild, dann darf es der zweite nicht benutzen. Kunsturheberrecht. Dieses kommt sogar dann zu Anwendung, wenn jemand zufällig auf einem Bild erscheint und vielleicht sogar das Bild ruiniert hat. Er hat die Rechte, weil er auf dem Bild ist. Allein dieses aktuell stark missbrauchte Gesetz zeigt, wie unsinnig die Regeln sind. In Bezug auf Demonstrationen werden die Bilder, die die Polizeigewalt dokumentieren, wegen Kunsturheberrecht verfolgt und nicht die Straftaten der Beamten, die die Beweise damit vernichten können, weil sie die Videos als Verstoß gegen dieses Kunsturheberrecht werten.

Wie also vorgehen. Patente sind wichtig, als Bibliothek und auch um einen gemeinsamen Wissenspool zu schaffen, der zukünftige Entwicklungen erleichtert. Sie dürfen aber keinen Fortschritt bremsen. Um am Ende zu klären, wer zuerst die Idee hatte ein Telefon zu entwickeln, sind sie aber hilfreich, auch wenn die Erfinder selbst wahrscheinlich weniger an diesem Ruhm interessiert waren als an der Erfindung. Viele große Erfinder haben aus Leidenschaft gebastelt und nicht um Ruhm zu erlangen. Die Patente bremsen aber die Leidenschaft der Intelligenten. Die die nur kopieren wollen, werden dies weiter tun. Dennoch geht es auch ohne Copyright. Wie wäre es mit der Bibel oder dem Koran weitergegangen, wenn es hier ein Copyright gegeben hätte? Kreative Menschen erschaffen ständig etwas Neues. Kopierer haben nicht die gleiche Leidenschaft und werden nicht so erfüllt sein im Leben. Als Beispiel, in Holland darf man Musikalben einfach 1:1 covern und verkaufen. Aber nur das Original bleibt am Ende das Original. Eine Kopie

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bleibt immer was sie ist: eine Kopie. Selten geht sie über das Original hinaus (J. Cocker) aber auch in diesem Fall bleibt es das Lied der Beatles welches einfach weiterentwickelt wurde. Ein Patent, ist nichts anderes als ein Kochrezept. Auch hier gibt es kreative Köche und Menschen, die ohne Fertiggericht vermutlich verhungern würden. Wenn 10 Menschen, mit dem gleichen Rezept, das gleiche Gericht zubereiten, wird es dennoch nie gleich schmecken und wenn 10 Musiker das gleiche Musikstück spielen, werden diese unterschiedlich klingen und unterschiedlich das Herz berühren. Ich glaube fest daran, dass es keinen Sinn macht, Wissen für sich zu behalten. In der Zeit der Volkslieder und der Stämme, die Musik gemacht haben, gab es keinen dem das Lied gehört hat. Niemand hat Anspruch auf ein Rezept erhoben und wenn ein Werkzeug für alle nützlich war, dann hat es jeder für sich benutzen dürfen.

Aber es gab immer bessere und schlechtere, Handwerker, Köche oder Musiker. Auch wenn sie alle das gleiche versucht haben, war es nie dasselbe. Der eine hatte Erfolg der andere nicht. Ich träume von einer Welt, in der ich keine Genehmigung brauche, um einen Tisch zu produzieren oder das Rezept für eine Gemüsesuppe nachzzukochen. Diese banalen Beispiele dienen nur zur Verdeutlichung, worum es mir geht. Jeder sollte alles benutzen dürfen, Wissen ist frei und damit ergeben sich neue Chancen für Veränderungen und vor allem Verbesserungen. Darum gab es, bevor der Patentwahn eingesetzt hat, so viele Musik-Instrumente. Dennoch gibt es bessere und schlechtere Gitarren, Pianos oder Geigen. Ist es ein Nachteil oder ein Vorteil, wenn es hier ein Patent gäbe? Hätten sich sonst so viele daran versucht ein Instrument immer perfekter zu machen und den Klag zu verbessern?

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Hat ein Patent überhaupt einen Vorteil außer Monopolismus und Gewinnstreben?

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