Kapitel 071

UMWELTSCHUTZ (CORONA, GRETA, MOTTE UND DER MÜLL)

Dr. Bodo SchiffmannGeschrieben Juli–September 2022Originalseiten 351–357
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Es kann als Phänomen bezeichnet werden, wenn ausgerechnet die selbsternannten Umweltschützer mehr Müll hinterlassen als jede Querdenker-demonstration. Denn bei den Großdemonstrationen der Querdenkenbewegung, war der Platz anschließend sauber und es wurde darauf geachtet keinen Müll zu hinterlassen. Die every Life Matters. Initiativen und auch die Solidargemeinschaft der Maskenbeürworter dagegen, lassen Ihren, ja fraglich hoch kontaminierten, nicht abbaubaren Müll überall herumliegen, so dass die Maskenplage mittlerweile bei objektiver Betrachtung zum Hauptmüllproblem in den Weltmeeren und der Umwelt geworden ist.

Ganz abgesehen davon, dass sich bis zur Fertigstellung des Buches kein protektiver Nutzen nachweisen ließ, sondern ganz im Gegenteil Nebenwirkungen bei regelmäßigem Tragen zu erwarten sind. (Glasfaserstaub, Flüchtige, Cancerogene Zusatzstoffe und Klebemittel) . Spätfolgen wie Mesotheliome sind analog zur Asbestose zu erwarten und nur eine Frage der Zeit, Verseuchung der Weltmeere und der darin lebenden Arten sind, durch den zusätzlichen Plastikmüll, leider schon bittere Realität.

Die Frage für die Zukunft muß sein, wie man den Menschen wieder ein Bewußtsein vermittelt, selbst darauf zu achten, was sie mit Ihrer Umwelt machen. Nicht mit Gesetzen und Verordnungen, sondern mit Bewußtsein.

Es ist ein Offenbarungseid, dass ausgerechnet, die, die sich – sicher mit besten Absichten – für die Umwelt einsetzen, am sorglosesten damit umgegangen sind, wenn man die Vergleiche der Demonstrationen in 2021 / 2022 mal ganz ohne die zugrundeliegenden Themen miteinander

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vergleicht. Nach den Veranstaltungen wie Love-Parade, CSD oder der Friday for future Bewegung, waren es nur die Massnahmenkritischen Veranstaltungen, die eine gute Umweltbilanz hinterlassen haben.

Auch hier sollte bereits die Schule angesetzt werden, mit den Schülern gemeinsam zu erarbeiten, wie man Müll vermeidet und welche Schäden durch einfach rumliegenden Müll ggf, erst entstehen.

Ich führe ja immer meine derzeitige Wahlheimat Tansania, als gutes Beispiel an, allerdings ist hier das Gegenteil der Fall: Obwohl sich die Menschen bewußt sind, dass die Erde und die Schöpfung ein Geschenk Gottes sind und sie verantwortungsvoll damit umgehen müssen, sind sie um ein Vielfaches schlimmer und werfen ihre Plastikflaschen einfach aus dem Auto, genau wie anderen Müll auch.

Einschränkend muss man sagen, dass dies wiederum neue Berufe geschaffen hat und das recyclebare wie Plastikflaschen dann wiederum von Menschen aufgesammelt werden, die diese verkaufen. Leider lassen sie alles liegen, was man nicht wieder verkaufen kann, und schmeißen ihren eigenen Müll oder nicht verkäufliche Flaschen einfach wieder in die Landschaft. Sind wir so bequem oder liegt es einfach daran, dass wir den Müll und die Folgen nicht sehen, weil wir nicht darauf sensibilisiert wurden. Das interessante ist nämlich, je länger man in Afrika lebt, desto weniger nimmt man den Müll wahr. Das Gehirn blendet offensichtlich genau das aus, was es nicht sehen will. Dieser Umstand wirft wieder ein interessantes Licht auf die Objektivität unsere Wahrnehmung. Wir sehen leider immer nur das, was wir sehen wollen, und wir gewöhnen uns zu schnell an schlechte Angewohnheiten. Zwar ist es eine nette Eigenschaft, dass uns unser Gehirn eine schönere Welt vorgaukeln möchte, als sie es wirklich ist, aber wir verlernen dadurch Gewahrsamkeit oder Achtsamkeit.

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Da der Begriff Gewahrsam leider auch im Strafrecht verwendet wird, wenn jemand in Haft genommen wird, sollte man vielleicht eher den Begriff Achtsamkeit verwenden. Die Achtsamkeitsmeditation ist eine der Grundübungen in der Meditationslehre. Sie besteht darin, einfach zu sein und die eigenen Gedanken zu beobachten aber nicht weiterzudenken. Der Meditierende versucht, die Umwelt, das Atmen die Luft wahrzunehmen, ohne sie zu beurteilen.

Das Ziel sollte sein, die Welt wieder genauso wie ein Kind wahrzunehmen. Jede Kleinigkeit neu zu entdecken und sich an den Bewegungen einer Ameise oder dem Duft oder der Form eine Blüte stundenlang zu erfreuen, bis man sie ganz in sich aufgenommen hat.

Statt Müll wahrzunehmen, könnte man einfach anfangen Müll zu sammeln und die Stadt zu reinigen. Jeder einzelne Papierschnitzel, der aufgehoben wurde, hilft der Umwelt. Stellt Euch vor, jeder würde das machen, dann würden sich mit der Zeit mehr Menschen anschließen und irgendwann hätten wir unseren Blick dafür geschärft hinzusehen, statt wegzusehen. Andere würden sich wahrscheinlich anschließen und langsam, aber sicher, würden immer mehr Menschen dabei helfen, die Welt sauberer zu machen. Im gleichen Moment entsteht das Bewußtsein, nichts mehr wegzuwerfen und die Umwelt mehr zu achten.

Einer ist immer der Erste, der mit gutem Beispiel vorangeht. Auch dies könnte fester Teil der Schulzeit werden, dass man durch die Stadt zieht und den Müll aufsammelt, nicht nur einmal im Jahr, sondern nächste Woche. Dabei vielleicht auch Menschen anspricht, die etwas wegwerfen, nicht mit schimpfen, sondern mit dem Hinweis: „Entschuldigung, sie haben versehentlich gerade etwas verloren.“

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Großes beginnt immer im Kleinen und nur dann wird aus der Aktion eine Gewohnheit, wir lernen ein neues Bewußtsein. Je mehr Menschen das machen, desto weniger werden andere Müll produzieren. Sie werfen nur so lange Dinge einfach weg, wie sie sehen, das andere das auch tun.

Das funktioniert tatsächlich, wie man in Deutschland sehr eindrücklich bei den Hundehaufenaufsammlern sehen kann. Mittlerweile ist es keine Frage mehr, dass man die Ausscheidungen des eigenen Vierbeiners aufsammelt und dann an geeigeneter Stelle entsorgt. Jeder hat das in kurzer Zeit akzeptiert.

Ein weiteres Beispiel wäre der Sperrmüll. Als ich Kind war, war der Sperrmülltag für uns ein hoher Feiertag. Es war cool mit Freunden, um die Blöcke zu ziehen und die Sachen zu durchsuchen, für die andere keine Verwendung mehr hatten. Es fanden sich viele Schätze, Bücher, Zeitschriften, Geschirr, Werkzeuge und vieles andere. Am Vorabend des Tages ging es auf das Fahrrad, optimalerweise mit einem Anhänger ausgestattet und dann wurde gejagt. Die gefunden Schätze wurden entweder behalten, oder getauscht, verschenkt oder natürlich verkauft, auf dem Flohmarkt oder anderswo. Es gab auch Profis, die Waschmaschinen, Autoreifen, Möbel und anderes mit LKW’s abgeholt haben, um diese einer neuen Verwendung zuzuführen. Nach erfolgreicher Jagd stand ggf. Noch 1/3 des Mülls an der Straße und wurde dann von der Müllabfuhr eingesammelt.

Natürlich wurde auch der eine oder andere Haufen verwüstet, aber nichts was nicht einfach mit einer Schaufel beseitigt werden konnte. Irgendwann wurden diese Sperrmülltage abgeschafft und es gab nur noch auf Anforderung Sperrmüll. Diesen auch nicht unbegrenzt und nur nach genauer Anmeldung. Zeitschriften mußten extra gesammelt

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werden, Möbel zerlegt und auch andere Geräte so zerstört werden, dass eine Weiterbenutzung nicht mehr möglich war. Manches wurde so schwer zu entsorgen, dass die Müllberge an den Autobahnen und in den Wäldern zeigten, dass hier ein Sperrmülltag besser gewesen wäre.

Sperrmülltage waren praktiziertes Recycling, Schutz antiquarischer Gegenstände, Müllreduktion und erleichterte das eigene Haus zweimal im Jahr zu entmisten. Alle Seiten haben davon profitiert. Die Neuregelung führte dazu, dass sich in den Haushalten mehr Müll angesammelt und aufgestaut hat. Der Restmüll wurde größer, die Dinge, die für andere wichtig und wertvoll gewesen wären, wurden sinnlos vernichtet und zerstört.

Die Sperrmüllreform diente niemals der Müllvermeidung, sondern ausschließlich dazu das Konsumverhalten zu ändern und eine Weiterverwendung, noch dazu kostenlos, ohne Mehrwertsteuer zu verhindern. Für uns als Kinder war der Sperrmülltag mit das tollste im Jahr und erfreulicherweise waren meine Eltern entspannt genug, uns auf die Schatzsuche gehen zu lassen. Nicht selten fand sich auch das eine oder andere Geschenk, welches wir den Eltern übergeben haben.

Die beste Form der Müllvermeidung ist es doch, wenn man Gegenstände produziert, die ein Leben lang halten und reparierbar sind, die am besten noch Generationen überstehen aus Materialien, die am Ende wieder eingeschmolzen oder anderweitig recycelt werden können.

Also konkreter Vorschlag: Der Sperrmülltag wird wieder in der ursprünglichen Form etabliert und es ist erlaubt nach verwertbaren Dingen zu suchen. Selbstverständlich nur, wenn man nichts verwüstet.

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In der heutigen Zeit wird von den Herstellern Wert darauf gelegt, dass es keine zwei Druckertypen gibt, die die gleichen Kartuschen benutzen. Es scheint erklärtes Ziel zu sein, Bauteile statt genormt, so zu produzieren, dass man immer neue kaufen muß (Netzteile, Kabel, Adapter) Flaschen und Behältnisse so verschlossen und verschweißt werden, dass man sie nach dem Gebrauch nicht mehr benutzen kann, um dort etwas andere darin aufzuheben. Oder Bauteile im Computer fest verschweißt werden, so dass sie nicht mehr als Einzelteile reparierbar sind (Beispiel MacBook etc.)

Man kann fast die Uhr danach stellen, dass ein Konsumprodukt am Ende der Garantielaufzeit den Geist aufgibt oder dass Autoteile nicht mehr repariert, sondern nur ausgetauscht werden. Die Menschen in Tansania sind hier wieder einen Schritt weiter, da sie der Welt mindestens 30 Jahre hinterherlaufen. Sie reparieren faktisch alles. Ein Totalschaden an einem Fahrzeug existiert nahezu nie, Jedes Bauteil kann zerlegt und repariert werden. Wenn eine Lichtmaschine ein Problem hat, wird sie zerlegt und dann die Kupferdrähte von Hand neu gewickelt, um ein konkretes Beispiel zu geben. Zu einem Bruchteil des Preises einer neuen Lichtmaschine. Man kann hier eindeutig erkennen, dass die modernen Produkte nicht mehr gebaut werden, um dem Kunden lange ein verlässliches Werkzeug an die Hand zu geben, sondern um bald wieder einen neuen Drucker / Auto oder ähnliches an den Mann zu bringen.

Warum einigen wir uns nicht auf Standards. Im Falle der Stromversorgung gibt es doch bereits Anschlüsse, die sich durchgesetzt haben. Auch bei Tintenkartuschen oder Tonerpatronen könnte man einen Cut machen und jeder Drucker, der ab sofort gebaut wird, muß dieselben Patronen akzeptieren. Das Erfolgsgeheimnis für den Hersteller wird sein, den Verbrauch zu reduzieren und den Drucker besser und schneller und haltbarer zu machen.

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Die Garantien sollten lebenslang gelten, statt nur für einen kurzen Zeitraum (Apple) mit zusätzlich verkauften Versicherungen. Bei fahrlässiger oder mutwilliger Zerstörung erlischt die Garantie, aber der Fachhändler repariert für einen fairen Preis. Es dürfen keine Geräte mehr produziert werden die man nicht einfach zerlegen und Teile ersetzen kann. Praktizierter Umweltschutz fängt da an, wo es keinen Grund gibt Dinge wegzuwerfen. In Tanzania arbeiten fast alle Schneider mit Nähmaschinen wie man sie in Deutschland in den 30er benutzt hat. Es sind alte Pfaff oder Singer Nähmaschinen. Sie sind unzerstörbar, und wenn sie ein Problem haben, lassen sie sich immer wieder reparieren. Warum brauchen wir elektrische Plastikmaschinen, die auch nur nähen und nicht besser? Die Antwort ist einfach: Wir brauchen Sie, weil sie kaputt gehen und dann durch neue ersetzt werden müssen.

Ist das wirklich der Fortschritt, auf den wir alle gewartet haben oder wäre nicht Rückschritt in vielen Fällen der echte Fortschritt?

Ich möchte Gebrauchsgegenstände und Werkzeuge, die bei pfleglichem Gebrauch, noch von meinen Urenkeln benutzt werden können. Ich möchte die Umwelt schonen, indem wir einfach wieder Qualität produzieren. Ich möchte echte Innovation, und zwar nicht auf dem Gebiet der Wegwerfprodukte. Auf diese Weise vermeidet man mehr Müll als man Recyceln könnte. Nur eine sehr einfache Idee, zurück zur deutschen Wertarbeit (bezogen auf Deutschland)

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