LERNEN AUS DER GESCHICHTE
Wie an anderer Stelle ausgeführt, ist es vielleicht schwierig, zum derzeitigen Zeitpunkt festzustellen, ob das, was wir in den Geschichtsbüchern finden, tatsächlich unsere Geschichte ist oder nur eine Geschichte, die von denen geschrieben und modifiziert wurde, die gerade die Macht innehatten. Selbst bei den heiligen Schriften gibt es kritische Stimmen, dass diese im Laufe der Jahrhunderte zu Gunsten der politischen Lage, sagen wir mal vorsichtig, angepasst oder modifiziert wurden.
Aber auch unter der Maßgabe, dass es sich hierbei um Halbwahrheiten handelt, kann man aus dem aktuell gültigen Geschichtserzählungen lernen. Man könnte auch zeitgeschichtliche Literatur dazunehmen und versuchen Werke wie 1984 von George Orwell als dystope Grundlage einer Welt heranzuziehen, die keiner möchte. Auch geschichtsträchtige Beschlüsse, wie der Nürnberger Kodex könnten als Leitfaden herangezogen werden. Leider passiert dies im Laufe der Jahre immer wieder nicht. Menschen machen fortgesetzt die gleichen Fehler und wenn jemand es wagt einen Verweis auf andere Geschehnisse, aus dem Geschichtsunterricht zu bemühen, wird man nicht müde, die Warnung zu ignorieren, und verwendet die ganze Energie darauf, warum man diese Geschehnisse nicht miteinander vergleichen darf.
Interessanterweise hat der Warnende meistens nur Ärger davon, dass er seinen Mitmenschen Leid ersparen will. Der Überbringer schlechter Nachrichten wurde gerne nicht nur buchstäblich einen Kopf kürzer gemacht, sondern er wurde als Sündenbock für erfüllte Prophezeiungen hingerichtet.
https://vera-lengsfeld.de/2018/09/07/der-ueberbringer-der-schlechten-nachricht-wird-gekoepft/ „Die Überbringer schlechter Nachrichten zu töten war eine Zeit lang Usus. Entsprechende Berichte finden sich in der griechischen Antike und auch der Aztekenherrscher Montezuma soll, als ihm das Nahen des Spaniers Cortez gemeldet wurde, die Hinrichtung der Boten angeordnet haben.“
Die Grundvoraussetzungen sind also immer denkbar schlecht, wenn jemand etwas erkennt, was dem Glauben der Allgemeinheit widerspricht oder eine Zukunftsvision ausmalt, die im Gegensatz zum gesetzten Ziel stehen könnte.
Besonders sensibel sind hier Vergleiche oder Analogien zur Zeit der Dreißiger / Vierziger Jahre, denn die erkannte Gefahr wird binnen eines Augenschlages von irgendjemand zur Volksverhetzung deklariert, selbst wenn es genau das ist, wovor der Erkennende warnt.
Bereits in der Schule und natürlich auch in der Erziehung zu Hause wird daher häufig ein Schwarz, Weiß-Denken gelehrt. Die Folge ist, es gibt historische Gegebenheiten, über die man sich nicht zu sprechen traut. Wenn es dennoch jemand tut, hat er sich automatisch diskreditiert. Je mehr Zusammenhänge oder Entwicklungen aus der Vergangenheit, bzw. deren Übertragung ins heute jedoch eingeschränkt und tabuisiert werden, desto weniger Menschen sind am Ende in der Lage zu erkennen, ob der Überbringer der Hiobsbotschaft nicht vielleicht richtig liegen könnte.
Diesen Umstand nutzt man dann auch medial. Sobald ein Bote eine schlechte Nachricht überbringt, verbindet man ihn automatisch mit nicht anschlussfähigen Gruppen, wie Nazis oder Rechtsradikalen, selbst wenn es dafür nicht die Spur eines Hinweises in seinem Verhalten gibt.
Erst posthum wurde in der Geschichte vielen Andersdenkenden die Ehre zu teil, dass man gesagt hat: Er / Sie hatten ja doch Recht, wir haben Ihnen Unrecht getan. Wenn wir auf sie gehört hätten, wäre vieles nicht passiert. „Kassandra Syndrom“
Als ich in der Schule war, hat man uns gezeigt mit welcher Propaganda in der DDR und im dritten Reich gearbeitet wurde. Man hat uns gelehrt wie man andere diskreditiert hat und welche unvorstellbaren Leiden es gegeben hat, weil die Bevölkerung weggeschaut hat.
Wir haben „1984“ von George Orwell gelesen und darüber gesprochen und über „die Welle“ diskutiert.
Ich denke, unsere Schule war eine andere als die meiner Kinder. Es gab lebhafte Diskussionen und man durfte kritische Fragen stellen.
Wo sind wir, wenn die Opfer der Vergangenheit noch nicht einmal als Warner für die Gegenwart eine späte Ehre erfahren dürfen, dann fragt man sich, warum sie eigentlich gestorben sind.
Man redet doch immer von einem Mahnmal ´, welches einen an etwas schlimmes erinnern und eine Wiederholung vermeiden helfen soll. Spricht man nicht von einem „mahnenden Beispiel“, wenn man Kinder vor Gefahren schützen will. Heißt es nicht „aus Schaden wird man klug“, wenn man den Schaden ignorieren muss, um nicht von den medialen Wölfen der Medien zerfetzt zu werden?
Wir müssen lernen, von unseren Vorfahren zu lernen, um Gefahren frühzeitig zu erkennen und gegenzusteuern. Ich bin froh, dass mir mein Opa (Geboren 1900) viel aus eigenem Erleben, aus zwei Weltkriegen berichten konnte. Er konnte sich gut erinnern, wie alles anfing und er hat mir genau wie meine Oma viel erzählt. Meine Eltern waren Kinder im zweiten Weltkrieg und hatten lebhafte Erinnerungen an die Nachkriegszeit (Meine Mutter und Oma waren beide aus Berlin), Die Bilder der Städte, die dem Erdboden gleich gemacht wurden, hatten sie noch im Gedächtnis. Wenn wir in der Schule Themen wie die Weimarer Republik und das dritte Reich behandelt haben, dann hatte ich einen Zeitzeugen, der manches was in meinem Geschichtsbuch stand, gelesen hat und mir erzählt hat: Das habe ich anders miterlebt.
Leider lebt er nicht mehr, aber er würde sich im Grab herumdrehen, wenn er sehen müsste, wie wenig, insbesondere Deutschland aus der eigenen Geschichte gelernt hat.
Natürlich kann man Parallelen überall auf der Welt entdecken, man muss nur mal den Fernseher ausmachen und auf seinen Bauch und sein Herz hören, satt auf den Nachrichtensprecher. Die Unlogik aller Maßnahmen der letzten Jahre konnten nur durch stetige Wiederholung auf den Bildschirmen wie eine Gehirnwäsche verinnerlicht werden. Ebenfalls aus der Geschichte muss man lernen, dass die Meinungen, die am schärfsten von einer aktuellen Regierung verfolgt wurden, sich am Ende leider meistens als die Richtigen rausgestellt haben. Eine weitere und wichtige Frage, die man sich immer stellen sollte, wenn jemand eine andere Meinung als die Öffentlichkeit vertritt ist: „Was hat der Bote davon, wenn er doch weiß, was ihm blühen könnte, trotzdem seine Mitmenschen zu warnen. Würde er dadurch mehr gewinnen oder verlieren, wenn er aus dem Schatten ins Licht tritt?“
Wenn sich mehr Menschen diese Frage stellen würden und auch bei Regierungsexperten und Politikern die offensichtliche Vorteile der eignen Einstellung zu einem strittigen Thema hinterfragen würde, so wäre uns einiges erspart geblieben.
Seien es Deals mit Schutzmasken oder Verbindungen zu Medienhäusern, Großindustriellen oder der Pharmaindustrie, die schon sehr häufig aus pekuniären Gründen eine Katastrophe medial erzeugt hat, die sich nach Abschöpfen der Gewinne als Windei herausgestellt hat.