Kapitel 032

REICHTUM

Dr. Bodo SchiffmannGeschrieben Juli–September 2022Originalseiten 153–158
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Was ist Reichtum?

Um den Schlüssel zum Reichtum zu finden, ist es nötig zu definieren, wer arm ist. Kann man Reichtum oder Armut in Dollar, Euro oder Shilling ausdrücken? Wenn ja, wie passt das zu einem Ureinwohner eines Landes? In Tansania gibt es zum Beispiel die Hazabi, die weitestgehend immer noch genauso leben wie zu jeder Zeit. Sie sind Jäger und Sammler und soweit man das beurteilen kann, glücklicher als viele Superreiche, die ich kennengelernt habe. Es gibt keine Hierarchie, keinen Häuptling, keine geschriebenen Gesetze und sie haben eine eigene Sprache, die es nur in ihrem Stamm (knapp 1300 Menschen) gibt. Natürlich, bzw. leider, sind sie mittlerweile als Touristenattraktion Querinfiziert. Ob das sie glücklicher macht, darf bezweifelt werden. Was ich damit sagen möchte: Es gibt kein Maß für Reichtum außer dem Glück. Für mich bedeutet Reichtum, dass ich nicht überlegen muss, ob ich mir an der Ecke eine Melone kaufen darf ohne nachrechnen zu müssen. In ein Restaurant gehen zu können und mir das zu bestellen, auf das ich Lust habe. Mir Zeit nehmen zu können für etwas, was andere als Zeitverschwendung ansehen (z.B. ein Buch schreiben oder zu lesen) ohne dafür hungern oder frieren zu müssen. Keinen Hunger, Durst, Kälte, Not, Krankheit zu haben, ausreichend Kleidung am Leib zu tragen, ist am ehesten das, was man als Reichtum verstehen kann. Was wäre also, wenn sich jeder, vom Hazabi bis zum Großindustriellen reich fühlen würde, nach seiner eigenen Definition? Wie wäre es, wenn sich niemand arm fühlen würde? Was bringt uns eigentlich dazu, dass wir uns arm oder benachteiligt fühlen? Ist das eine Veranlagung oder ist das Erziehung? Welchen Einfluss haben hier die Medien. Warum

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werden Reiche im Fernsehen als Celebrities inszeniert? Warum ist das Leben dieser Menschen erstrebenswert, wenn ein großer Teil von Ihnen eine Abhängigkeitserkrankung hat, wie Drogenoder Alkoholmissbrauch, sowie krankhaftes sexuelles Fehlverhalten als erstrebenswerte Eigenschaft propagiert. Liegt es vielleicht daran, dass die Hazabi sich mit niemand vergleichen und wir Westeuropäer uns immer mit Menschen vergleichen, die eine unrealistisch zu erreichende Position in der Gesellschaft haben, also einer extrem kleinen Minderheit der Bevölkerung und nicht mit normalen Menschen? Führt dies zu mehr Ehrgeiz oder zu Frusterlebnissen, weil die Ziele unerreichbar hochgesteckt worden sind. Bekommen wir vielleicht gezielt einen Mangel vorgegaukelt, der Real gar nicht existiert, um uns nicht zu ehrgeizig werden zu lassen. Wenn ich meine Ziele nicht erreichen kann, dann werde ich weiter zu denen aufschauen, die das geschafft haben, was ich nicht geschafft habe, als Folge fühle ich mich klein und als Versager. Das Fernsehen und die Medien erzeugen im Zuschauer ein Insuffizienz- und Versagensgefühl und dämpfen damit den Anschluss an die Selbsternannte Elite. Auch Schulen, deren Abschluss eine gute Berufskarriere gewähren würden, werden als Privatschulen angeboten, deren Beiträge niemand bezahlen kann, der nicht schon vorher vermögend war. Oder die Ausbildung führt zu Schulden, welche wieder die Abhängigkeit von den „besseren Menschen“ verstärkt. Wenn es also einfach ist sich reich zu fühlen, wenn man sich nicht mit etwas vergleicht, was man nicht ist, dann führt dies zu Glück. Wenn diese Möglichkeit von den Medien verbaut wird, führt dies zur Frustration. Warum zeigt das Fernsehen keine Kurse, um das Selbstbewusstsein zu stärken und setzt da an, wo die Schulen versagen, um z.B. erste Hilfe zu erklären, statt Weltuntergangsszenarien in Dauerschleife zu senden. Warum werden Kinder immer weiter vom Lesen entfernt, statt Ihnen zu zeigen wie schön lesen sein kann. Kann sich die Generation unsere Zeit noch so in Bücher vertiefen, dass sie selbst Abenteuer auf hoher See, im

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Wilden Westen oder im Weltall erleben kann. Der wilde Westen scheidet langsam aus, seit dem die Woke Bewegung wegen kultureller Aneignung, Jagd auf Winnetou macht und Kindern nicht mehr erlauben will Cowboy und Indianer zu spielen. Wissen die Kinder von heute, dass Ihre Phantasie ganze Welten erschaffen kann oder kann diese Generation nur noch anhand von Videos Reisen in Phantasiewelten unternehmen und nur noch diese Geschichten nachspielen, mit Ihren perfekten Puppen und dem vielen Zubehör. Vielleicht sollten Sie lieber mal „Momo“, von Michael Ende, von den Eltern vorgelesen bekommen oder abwechselnd die Kapitel mit Ihnen lesen. Können die Kinder von heute noch etwas aus Lego bauen, ohne dafür eine Anleitung zu bekommen oder hat man ihre Vorstellungskraft, die die Grundlage für jede Innovation ist bereits ausgelöscht oder betäubt. Ist nicht der wahre Reichtum die Fähigkeit zu träumen und zu sinnieren, zu visualisieren und auf die innere Stimme zu hören, ist dies vielleicht noch mehr Reichtum, als die eingangs erwähnten Reichtums-indizien? Das muss jeder entscheiden. Aber wir könnten ihm helfen, nicht materiell arm zu werden und die Erpressbarkeit die aus dem Kredit und Kaufrausch – Konsumverhalten entstanden ist zu durchbrechen.

Die Antwort ist: Man will uns auch dann, wenn wir genug Geld hätten um glücklich zu sein, das Gefühl geben wir wären arm. Man bringt die Menschen dazu, sich Dinge zu kaufen, die sie nicht brauchen, mit Geld dass sie nicht haben, um sich den Reichen näher zu fühlen, obwohl dies dazu führt, dass sie noch ärmer werden. Stellen wir uns doch einmal vor, wir würden die Schulden aller Menschen und auch Länder bedingungslos streichen und gleichzeitig, die Dauerberieselung mit Konsumgütern und Schönen, Reichen und Berühmten stoppen und stattdessen den Menschen zeigen, wie reich sie wirklich sind? Wie wäre es, wenn wir bei jedem das Bankkonto auffüllen würden und Privatkredite auf null reduzieren. Jeder erhält

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einen großen Betrag zur freien Verfügung (Haus / Auto etc.) den er ausgegeben kann, aber nicht wieder aufgefüllt bekommt. Wenn Kredite vergeben werden, müssen sie Zinsfrei sein und dazu dienen eine wirtschaftliche Unabhängigkeit zu erreichen. (Siehe auch das Kapitel über Banken) Paare, die eine Familie gründen wollen, bekommen einen Bauplatz und einen Hochzeitsbonus um eine Zukunft aufzubauen ohne sich verschulden zu müssen.

Reine Luxusgegenstände (z.B. Rolex – Uhr) erhalten keinen Kredit, es gibt auch keinen Ratenkauf mehr. Die Menschen könnten Ihre Wohnungen und Häuser mit dem Startguthaben, welches jeder Mensch erhält, finanzieren. Eine Abhängigkeit von Banken würde niemals entstehen. Kredite haben nicht nur Menschen, sondern die gesamte Welt versklavt. Kredite sind der Schlüssel zur Abhängigkeit und zur Frustration. Die Menschen wurden zum Konsumverhalten hin und vom Bedürfnis-Bewusstsein weg erzogen. Schuld daran sind die Medien und vor allem die Werbung, wie die sogenannten Influencer. Jeder sollte sich alles kaufen können, was er sich leisten kann, aber nicht dazu bewogen werden, Sachen zu kaufen, die er nicht braucht und eigentlich nicht will. Ich bin nicht der Meinung, dass der Einzelne nichts besitzen soll, ich bin sogar der Meinung, dass fleißige innovative Menschen gerne mehr besitzen sollten und Besitz ist auch nichts Schlechtes, es ist zum Beispiel Teil der Entwicklung, dass Kinder eine Phase durchleben, in der sie erkennen, dass ihnen etwas gehört (auch der eigene Körper) und dann erst lernen können, etwas zu teilen und abzugeben. Es ist nicht natürlich, dass wir dieses Verhalten den Kindern aufzwingen, wenn sie vom Alter her noch nicht so weit sind. Zum Sozialverhalten gehört auch das Ego und dass man etwas besitzt. Sich selbst und das,

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was man zum Leben braucht oder sich selbst erbaut hat. Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst, setzt grundlegend voraus, was alle immer vergessen: Du musst erst einmal gelernt haben, dich selbst zu lieben, bevor Du diese Forderung von Jesus überhaupt umsetzen kannst.

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