Kapitel 052

STEUERN UND ANDERE SÜNDEN

Dr. Bodo SchiffmannGeschrieben Juli–September 2022Originalseiten 244–248
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Zunächst einmal die Frage, ganz provokant vorweg: Wer braucht Steuern?

Die Antwort ist so einfach, dass es weh tut. Nur der Herrschende. Nicht der Untertan. Egal, ob König, Lehnsherr oder Regierung. Ob Diktator, Papst oder Bürgermeister.

Die Steuern werden benötigt, um die Infrastruktur des Landes aufrechtzuerhalten, die durch immer mehr und komplexere Behörden und Institutionen immer weiter ausgedehnt werden. Sie existieren in den meisten Fällen zum Selbstzweck und Sicherung der eigenen Existenz. Man sollte sich einmal vorstellen, was ohne ein Rathaus passieren würde. Nur mit einem Bürgerrat, der unentgeltlich sich zusammensetzt und sich gemeinsam überlegt, ob man ein Schwimmbad oder eine neue Straße benötigt. Antwort: Es wäre schneller, unbürokratischer und vor allem erheblich billiger. Diese Schwimmbad oder Straße würde allen Bürgern gehören und jeder würde sich daran beteiligen, wenn er es auch nutzen möchte. Die Firma, die es baut, würde einen angemessenen Preis erhalten und es müsste keine europaweite Ausschreibung erfolgen. Wahrscheinlich würde sehr viel Arbeit in Eigenleistung erbracht werden, damit man das Schwimmbad schneller nutzen kann. Das gleiche Beispiel gilt für die Wasser und Abwasserversorgung. Die bestehenden Strukturen kann man ja sogar weiterhin benutzen. Auch dies, würde allen gehören und jeder würde auf die Anlagen besser achten. Den wie wir alle wissen, achtet man besser auf sein Eigentum. Das gleiche gilt für alle Einrichtungen des öffentlichen Lebens. Die Menschen, die bisher im Wasserwerk gearbeitet haben, arbeiten jetzt einfach für ihre eigenen Mitbürger und identifizieren sich dadurch auch

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ganz anders mit dieser wichtige Aufgabe, es wäre kein Job mehr, sondern ein Beruf, der manchmal als Berufung zu einem kommt.

Ich bin überzeugt davon, dass man für jeden Lebensbereich einen Menschen findet, der diese Arbeit gerne und mit Leidenschaft macht und dann dafür eine ganz andere Motivation mitbringt, als wenn er vom Arbeitsamt dorthin vermittelt worden wäre.

Können wir vielleicht ganz ohne Steuern aus? Diese Frage möchte ich mit einem klaren „Ja“ beantworten.

Niemand müsste Steuern bezahlen, ich würde allerdings empfehlen, dass jeder ein eigenes Konto für Investitionen in die Gemeinschaft führen sollte - sagen wir mal 10% des Gehaltes. Mit diesem Geld darf und kann er sich selbst an öffentlichen Projekten beteiligen, wobei er selbst entscheidet, für was er dieses Geld benutzt. Sollte er dieses Geld zu Lebzeiten nicht ausgeben und es immer ansparen, kommt es an seinem Lebensende nicht den Erben zugute, sondern wird an die übrigen 10% Konten der Lebenden verteilt, die es dann wieder so einsetzen können, dass Sie selbst davon überzeugt sind, dass dieses Geld gut angebracht ist (Sei es für Schulen, Bücher, U-Bahn, Abwässer, Flughafen oder was auch immer) Dieses Geld ist ausschließlich dafür gedacht, selbst in die Infrastruktur der Gemeinde oder des Landes zu investieren. Der Staat darf niemals darüber verfügen und die Rechte, das Geld zu verteilen, hat nur der Ansparer. Jeder Mensch sollte automatisch 10% der Einnahmen auf dieses Konto überwiesen bekommen und er selbst kann immer sehen, wofür er es verwendet hat. Es nützt aber nicht, das Geld anzuhäufen, denn dann verliert man es am Ende, weil es einem niemals gehört hat.

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Wäre es nicht großartig, wenn jeder selbst entschieden dürfte, welche Projekte seiner Meinung nach unterstützenswert sind und welche nicht? Wäre es nicht toll, wenn das Volk, einfach kein Geld mehr für Waffen oder Politiker bereitstellen würde?. Kein Bundeskanzleramt gebaut würde oder kein Geld für Windräder investiert würde, außer man möchte dies unbedingt? Wenn man nur Geld für Impfstoffe ausgegeben würde, wenn man das möchte? Keine neue Dienstwagenflotte oder Flugbereitschaft für Politiker bezahlt werden würde, wenn es niemand außer den Politikern für sinnvoll hält? Natürlich können diese selbst ihre 10% für all diese Ideen benutzen, ist ja Ihr Investitionsgeld. Mit der heutigen Technik wäre es ein leichtes, Nationale, Internationale oder kommunale Projekte vorzustellen und zu finanzieren, genau wie im Crowdfunding, und da das Geld ja irgendwann ausgegeben sein muss, würden die Menschen diese Möglichkeiten sicher am „German Crowdfunding Day“ nutzen. Die einzelnen Projekte könnte man ja im Fernsehen, statt Netflix vorstellen und über die Lösungsmöglichkeiten diskutieren. Autobahnabschnitte werden Gemeinden zugeordnet, Flughäfen in die Hand der Piloten und Fluggesellschaften übertragen, denn wer soll besser wissen, was einen guten Flughafen ausmacht als ein Pilot oder Flughafenmitarbeiter im Tower, Feuerwehr etc. Die Bahn wird besser und sicherer durch Lokführer, Zugbegleiter und Mitarbeiter des Streckendienstes und jeder übernimmt Verantwortung für seine Berufung in dieser Welt. Gibt es einen Jahreskongress der Lokführer und Servicetechniker, wo über neue Wünsche und Innovationen gesprochen wird? – Ich glaube nicht, aber warum nicht. Kann ein Politiker ernsthaft ein Unternehmen wie die Bahn besser führen als ein Mitarbeiterkonsortium?

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Diejenigen, die lieber administrativ tätig sind, finden sich selbst. Genauso wie die, die gerne ein Schaffner sind, weil sie gerne mit Menschen Kontakt haben oder ein Lokführer, der seinen Kindheitstraum lebt. Wo sind die Kindheitsträume geblieben? Warum fangen wir nicht alle wieder an, unseren Traum zu leben? Keine Steuern, keine öffentlichen Ausschreibungen mehr und ein Volk, welches selbst entscheidet, wer für was wieviel Geld erhält. Milliardengräber wie Stuttgart 21, Der Berliner Flughafen oder die Impfkampagne 2021/22 hätten genauso wenig stattgefunden, wie der Ausverkauf Deutschlands, um Waffen für einen Krieg zu liefern, der nur eskaliert ist, weil Waffen geliefert wurden, ohne dass eine Freigabe der Geldern durch die Bürger selbst erfolgt wäre. Hätten die Bürger selbst die Kontrolle über Ihr Geld wäre vieles unmöglich, anderes würde auf einmal möglich werden.

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