GRENZEN, TRADITIONEN UND NATIONEN ODER EINHEITSBREI?
Wie schön war es als Kind nach Bayern zu reisen. Semmel- oder Kartoffelknödel mit einer Schweinshaxe zu essen, Weißwurst zum Frühstück zu genießen und Krautsalat mit Hähnchen im englischen Garten zu verzehren. An der Nordsee gab es Grünkohl mit Pinkel und Fisch in Senfsosse, so wie ein leckeres Krabbenbrot In Berlin, Eisbein mit Sauerkraut und für die Erwachsenen eine Berliner Weisse. In Thürigen, die Thüringer Bratwurst, in Hessen, den Äppelwoi und Handkäs mit Musik, sowie hartgekochte Eier in Frankfurter grüner Sosse In Würzburg die blauen Zipfel im Badischen Linsen mit Saitenwurst im Fränkischen Schäufele im Elsass den knackigen Flammkuchen Käsefondue in der Schweiz und Marillenknödel in Österreich. Im Schwarzwald den berühmten Schwarzwälder Schinken und das alles liebevoll serviert in einer typischen Landestracht und aus dem Lautsprechen kam die regionale Musik zum Untermalen des kulinarischen Genusses, zur Freude des angereisten Gastes.
Heute gibt es das alles bei Rewe im Kühlregal zum Warmmachen in der Mikrowelle. Das nennt man wohl Fortschritt.
In den lokalen Gaststätten, sofern sie die Coronakriege überstanden haben, nur noch „Gehobene Küche mit: Essenz vom Schwarzfederhuhn an Gnocchi mit gehobeltem Trüffel und Amalfi-zitronen-sorbet.
Jedes Kind konnte den eigenen Dialekt seiner Region sprechen und jeder in Köln wusste, wie man die Blutwurst in dieser Region nannte, sowie jeder Hesse niemals Pflaumenmuss bestellt hätte. Kein Kölner Vegetarier hätte auf einen Halwe (Halben) Hahn verzichten müssen. (Kleine Recherche Aufgabe für Euch).
Ist das der Fortschritt? In nicht einmal einem Jahrhundert wurden nahezu alle Traditionen ausgelöscht (Neuester Wahnsinn ist sicherlich der Verbot des Almabtriebes in Österreich, da die Tiere ja ausrutschen könnten.) Die Dialekte weichen einem Einheitsdeutsch und werden den Kindern mit Nachdruck abtrainiert. Keiner soll auffallen, sich durch seine Sprache oder seine Kleidung von anderen Unterscheiden. Ist es das, was wir wollen? In Wirklichkeit tragen wir jetzt Uniformen, und sprechen eine Kunstsprache. Das Hochdeutsche war früher nur in der Gegend von Hannover / Kassel wirklich heimisch, in anderen Regionen sprach man den eigenen Dialekt und war stolz darauf. Man liebte die regionale Küche und man hatte das Gefühl zu Hause zu sein, wenn man wieder die alte Hausmannskost vorgesetzt bekam.
Erneut ein Vergleich mit Tansania. Jeder trägt das, was ihm gefällt oder was er findet, und niemand macht sich darüber lustig. Es ist normal, dass Maasaikrieger Ihre traditionelle Kleidung tragen und inklusive Schwert am Gürtel durch die Straßen gehen, niemand hält sie für rückständig. Man kann dort auf Frauen mit und ohne Burka treffen, die zusammen einkaufen und lachen und so mancher liebt seine Sandalen aus alten Autoreifen, die hier nicht aus Not zusammengebaut werden, sondern weil sie Robust sind und mehr als ein Jahr halten. weder Dornen noch Skorpionen hätten bei diesen Sohlen ein Durchkommen. Man sieht Erwachsene mit Kinderbommelmützen und sie freuen sich, dass diese so warmhalten. Bei uns dagegen werden die Kinder gemobbt, weil sie nicht die neueste Designermode tragen, die in Deutschland zu
horrenden Preisen verkauft werden, nachdem sie in Niedriglohnländern unter anderem von Kindern produziert worden sind.
Diese verschiedenen Regionen von Deutschland, mussten nicht mit einer Grenze voneinander getrennt werden, sondern es war die Kultur, die die Menschen zusammengehalten hat. Jede Region war ihr eigenes Biotop und die Menschen haben das Optimale draus gemacht, was Ihnen Ackerbau und Viehzucht zur Verfügung gestellt haben.
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Die Sprache, die Kleidung, das Essen haben bestimmt, was Heimat bedeutet.
Brauchen wir so eine große Auswahl beim Discounter? Ist es ein Vorteil, wenn wir nicht mehr reisen müssen, weil wir uns die Currywurst von Meica in die Mikrowelle schmeißen. Brauchen wir die Einheitsbratwurst vom Discounter oder wird das sowieso bald verboten? Wird es unmöglich selbst zu backen, Schlachten, Kochen oder auch nur eigenes Handwerk zu betreiben. Es sieht danach aus, dass aktuell in Deutschland auch die Handwerkstradition dem Erdboden gleich gemacht wird, unter dem Deckmantel der Unterstützung eines künstlich forcierten Krieges. Durch eine Regierung, die zu diesen, das deutsche Volk zerstörenden Maßnahmen, zu keinem Zeitpunkt berechtigt war. Die Regierung selbst weiß, was sie tut, und nimmt es billigend in Kauf.
Zu dieser Frage hatte sich schon Herr Peter Altmaier2020 als Wirtschaftsminister unter Angela Merkel geäußert, dass im Zweifelsfall wichtige Industrie enteignet wird.
Betrachtet man die Vorgänge in Deutschland aus der Vogelperspektive muss man leider postulieren, dass hier bewusst die Kultur und die
Individualität Deutschlands durch Vereinheitlichung zerstört werden soll. Da kann man nichts machen, ist halt der Fortschritt.
Ist das der Fortschritt, ist das unaufhaltsam oder ist es nicht vielmehr eine Inszenierung?
Vielleicht bin ich romantisch veranlagt, wenn ich mir die alten Zeiten zurückwünsche. Manche mögen mich als weltfremd oder als rückschrittlich empfinden oder einstufen. Aber je intensiver ich mit Strukturen in Kontakt komme, die ihre Traditionen noch pflegen, wobei auch hier eine Vereinheitlichung durch Einflüsse der Industrieländer erkennbar wird. Je mehr ich erkenne, wie stolz die Menschen in Tansania auf Ihre Traditionen, Gesänge und Gebräuche sind, desto mehr sehne ich mich nach dem, was früher mal ein Heimatsgefühl war.
Wenn jemand in den Wanderjahren in die Ferne gezogen ist, dann kehrte er irgendwann mit den Eindrücken und Erlebnissen in die Heimat zurück. Er wusste aber wo seine Wurzeln sind, und hätte sie auch nicht verpflanzt. Außer mal im Urlaub. Ich will zurück zu den wunderbaren, lokalen Traditionen. Ich möchte von anderen lernen und nicht das ganze Wissen von Generationen begraben. Lasst uns das Brauchtum genauso wieder aufleben lassen, wie erhalten und auch neugestalten. Wir müssen weg von Supermärkten und Onlinehandel. Wir brauchen wieder ein regionales Zugehörigkeitsgefühl. Wir brauchen lebende Dörfer, statt tote Städte mit Großraumbüros und Homeschooling. Ich möchte auch in Zukunft, einen Saarländer, von einem Sachsen, einem Berliner oder Bayern unterscheiden können. Anhand Ihrer Leibspeise, Ihrer Sprache, Ihrer Kleidung und Ihren Gebräuchen. Ich möchte keinen Einheitsbrei mehr essen, wenn ich auf Reisen bin, sondern eine kulinarische Reise durch unser schönes Land erleben.
Ich möchte keine Lebensmittel quer durch Deutschland oder Europa fahren, sondern die Nahrung dort bekommen, wo sie auch von der Natur gegeben wächst. Klar wird es dann nicht ganzjährig Kohl oder Erdbeeren geben. Es gibt ja auch nicht ganzjährig Spargel. Man kann sich auf diese Zeit freuen und zum Spargelessen von der Nordseeküste nach Hessen oder Baden fahren, sowie die Hessen an die Franken an die Nordsee fahren, um Krabbenbrot zu essen oder die Sauerländer in die Alpen für ein Käsefondue reisen.
Vom Einheitsbrei profitieren ausschließlich die Menschen, die gerne entscheiden möchten, was wir essen. Großkonzerne wie Nestle und Monsanto und Coca-Cola. Diese bestimmen dann, was wir auf dem Teller haben. Sie bestimmen über die Zusammensetzung der Nahrung und sogar über das Saatgut. Die modernen Gewächse, die verarbeitet werden, wachsen schnell und groß, sind aber schon lange nicht mehr gesund.
Ziel der Ernährung ist nicht mehr Gesundheit und Stärke, denn gesunde Menschen brauchen keine Pharmaindustrie, aber das ist eine andere Geschichte, die genauso bitter ist.
Wir müssen dringend: „Zurück in die Zukunft“ –
Der „Fortschritt“ zerstört gerade unsere Kultur und zerschneidet unsere Wurzeln.
Alles, was wir erleben, zerstört unsere Identität und unseren Ursprung.
Ein Heimatloser hat nichts für das er kämpfen könnte, außer um das nackten Überleben.