Kapitel 098

WARUM REGIERUNGEN?

Dr. Bodo SchiffmannGeschrieben Juli–September 2022Originalseiten 480–484
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Ich erwähnte bereits im letzten Kapitel die ketzerische Frage, ob wir noch Regierungen brauchen. Um ehrlich zu sein und die Zusammenfassung des Kapitels bereits im dritten Satz zu geben:

Ich würde es gerne einmal ohne Regierungen und ohne Parlamente probieren.

Ich hätte gerne die Möglichkeit, zu versuchen, mich mit anderen Menschen abzustimmen, um eine Entscheidung zu treffen. Ich fände es großartig, wenn alle Geheimnistuereien in den Entscheidungen verschwinden würden und ich selbst die Möglichkeit hätte eine freie Entscheidung zu treffen.

Warum sollte nicht jeder mit Freunden seinen eigenen Freistaat gründen dürfen und dort selbst über Steuern, Militär, Polizei und anderes entscheiden dürfen. Dann nach einem Jahr, drei Jahren und 5 Jahren trifft man sich und berichtet über die Erfahrungen. Also lauter kleine einzelne Inseln, mit eigenen Konzepten, um herauszufinden, was funktioniert und was nicht.

Aus diesen Konferenzen nimmt wieder jede Gemeinschaft das mit, was ihr gefällt oder auch nicht gefällt. Wenn sich jemand in einem anderen System besser aufgehoben fühlen würde, könnte er dorthin wechseln oder er gründet wieder etwas. Zunächst wäre dies ein extremes Chaos, da bin ich sicher, aber sehr schnell würden sich neue Systeme etablieren oder selbst eliminieren. Es wäre sicher spannend, ob sich wieder Königshäuser bilden würden oder Kommunen oder andere System, die wir so noch nicht hatte.

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Aus Zusammenbruch entsteht immer etwas Neues und wenn man etwas aus einem Haufen Legosteine gebaut hat und zerstört das Werk danach, werden neue Kunstwerke entstehen, vielleicht auch bessere Abbilder des abgelegten Systems. Es muss einen Grund gegeben haben, warum Hochkulturen auf dieser Welt mehrfach komplett verschwunden sind und es auf einmal Platz gab für neue Entwicklungen. Wo sind diese Hochkulturen hin verschwunden? Gab es einen besseren Great Reset? Zumindest hat die Menschheit überlebt und hat sich weiterentwickelt.

Lassen unsere festgefahrenen Hochkulturen, in denen wir aktuell leben, wirklich noch eine Evolution zu oder haben wir uns damit selbst in eine Sackgasse manövriert?

Ich glaube wir stecken in einer Phase unserer Hochkultur, in der es Zeit wird aus den Fehlern zu lernen, statt sie in Stein zu meißeln. Wir brauchen neue Strukturen und am besten möglichst viele unterschiedliche, damit die Menschen wieder neu entscheiden können, wie sie leben wollen. Wir brauchen aber keine Sonnenpriester oder Autokratische Führer, auch Könige und Kaiser haben uns in der Geschichte gezeigt, dass es nicht die optimale Regierungsform für die Bevölkerung gewesen sein kann.

Jeder ist sein eigener König, aber genau wie in der Wahrheitsbewegung finden sich mit der Zeit, die Menschen, deren Herz für die gleichen Werte schlägt. Es muss nicht jeder ein Veganer werden, mancher wird eher zum Karnivoren oder Allesesser. Der einen oder andere wird es mit Lichtnahrung oder Insekten versuchen. Alles hat seine Daseinsberechtigung. Je mehr unterschiedliche Interessen Gehör finden, desto eher werden wir eine Chance haben, echten Fortschritt zu generieren und als Lebensform zu wachsen.

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Die größte Gefahr bei Regierungen ist es, dass es in der Natur der Menschen liegt, sich an Macht zu gewöhnen und diese ungern wieder abzugeben. Es ist leider so, dass die aktuellen Gesellschaftssysteme, den Politikern Rechte einräumen, die sie als normaler Mensch nicht haben und auch nicht bekommen können. Da die Personen, die durch ein Kreuz auf einem Zettel zu Übermenschen oder kleinen Göttern geworden sind, diese Rechte nach Ihrer Regierungszeit wieder abgenommen kriegen würden, versuchen sie alles mögliche um diese Vorzüge nicht wieder abgegeben zu müssen.

Sollten wir bei der derzeitigen Form von Regierungen bleiben wollen, wäre die einzige Möglichkeit Politiker schlecht zu bezahlen oder bestenfalls durchschnittlich und ihnen alle Rechte zu nehmen, die sie nicht auch als Bürger hätten. Kein Personenschutz, keine Fahr – oder Flugbereitschaft, keine Steuervorteile und keine persönlichen Angestellten, die die Gemeinschaft bezahlen soll. Der Politiker wäre ein Bürger, der eine öffentliche Aufgabe wahrnimmt. Alle Privilegien müssen gestrichen werden, um mehr Idealisten in diese Rolle zu bekommen als Lobbyisten.

Womit auch dies ein Thema wäre. Das größte Problem der letzten drei Jahre dürfte die erkennbare Einflussnahme der Wirtschaft (in diesem Fall Pharmaindustrie) in die Regierungen sein. Ferner Einflussnahme von privaten Miliardärsclub- Veranstaltern wie dem World Economic Forum, die sich ganz offen durch Ausbildung von zukünftigen Regierungschefs über die Interessen einer Bevölkerung hinwegsetzen und an zentraler Stelle ihre eigenen Vertreter installieren. Traurigerweise weiß ich nicht, wie man diese Einflussnahme in einer Regierung verhindern könnte, weshalb ich selbst für die zunächst chaotische Insellösung tendiere. Diese Lösung hätte etwas Empirisches und Revolutionäres. Ich bin davon überzeugt, dass sich nach kurzer Zeit Strukturen entwickeln, die

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klar zeigen können, welches System am Ende das vielversprechendste ist. Die Bürger der Kleinstaaten hätten keine andere Möglichkeit als aktiv mitzugestalten. Die Chance für die Zukunft liegt im Mikrokosmos. Voneinander lernen, statt immer weiterzumachen, obwohl längst klar ist, dass das bestehende System gescheitert ist. Wieder einen Bankencrash verhindern, wieder Kredite aufnehmen, wieder Solidaritätsbeiträge einfordern? Sicher nicht. Die Wahrheit ist, wir haben zu lange nicht mitgemacht und gedacht. „Die da oben wissen schon was richtig ist.“ Nun, das wissen sie sicher. Sie wissen, was gut für sie selbst ist und für Ihre Auftraggeber. Sie haben jeden Bezug zu den Menschen verloren, die sie eigentlich repräsentieren sollen. Sie haben vergessen, dass das Volk Ihnen die Stimme geliehen hat und nicht irgendwelche Lobbyisten.

„Spätrömische Dekadenz“ hat Guido Westerwelle mal Hartz-4 Empfängern vorgeworfen und dabei ganz vergessen, dass diese Beschreibung nur auf Regierungen und nicht auf da Volk anzuwenden war.

Nach der Spätrömischen Dekadenz kam der Zerfall des Römischen Reiches.

Ich glaube wir sind so weit, dass dies jetzt global eintreten wird, Nato, EU, WHO, WEF und andere Big Player haben den Bogen überspannt. Seine Sehne wir so sicher reißen, wie sich der Mond nicht für Politik interessiert.

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