WIEVIEL GRUND DARF EIN MENSCH BESITZEN?
Es gibt vermutlich in Deutschland oder auf der Welt, keinen Quadratzentimeter Erde, der nicht irgendjemand gehört. Sei es in Privatbesitz, Firmenbesitz oder Staatsbesitz. Macht es Sinn, dass Menschen Grund und Boden besitzen, die sie nicht nutzen, sondern als Geldanlage anhäufen wie einen Schatz?
In der Nachkriegszeit haben sich viele Menschen mehr Grund und Boden gesichert, als sie jemals nutzen könnten. Wenn ein neues Baugebiet erschlossen wurde, haben sie großflächig die Bauplätze aufgekauft, ohne den konkreten Plan zu haben, dort ein Haus hinzusetzen. Die Käufer hatten Geld übrig und haben das Land als Investition für die Zukunft gesehen. Diese Investition, ist aufgegangen, denn diese Bauplätze haben ihren Wert bis ins Unermessliche gesteigert. Ich konnte dies auch in der Straße, in der ich in Sinsheim gewohnt habe, beobachten, in der mehrere leere Bauplätze waren, die der Gleichen Familie gehört haben. Es war ihr persönliches Sparguthaben. Wir sind eine Familie mit Kindern wir konnten uns kein eigenes Grundstück leisten und haben deshalb ein Haus kaufen müssen, welches auf einem Erbpachtgrundstück steht.
Auch dieses Haus haben wir verloren, weil wir eine andere Meinung vertreten, haben als der Staat. Aber das ist eine andere Geschichte.
Unsere beiden Kinder würden sicherlich gerne, wenn sie groß sind, die Möglichkeit haben, ein eigenes Haus zu bauen und eigenen Grund und Boden zu besitzen. Diese Vorstellung wird für die kommenden Generationen von Tag zu Tag und von Jahr zu Jahr unrealistischer. Denn
der Grund und Boden ist, wie bereits erwähnt, ja schon aufgeteilt worden. Diejenigen, die ihn für einen „Apfel und ein Ei“ gekauft haben, sitzen auf ihren Besitztümern, obwohl sie diese bei objektiver Betrachtung nicht brauchen. Irgendwann werden sie sterben, dann fallen diese Grundstücke zurück an Erben oder an den Staat. Der Staat macht, was er will. Heutzutage ist es noch nicht einmal mehr möglich, ein Haus einfach zu verkaufen, denn der Staat besitzt immer das Vorkaufsrecht. Das wissen möglicherweise viele Menschen nicht. Ihr habt einen Käufer für Euer Haus gefunden und beide Parteien freuen sich über dieses Geschäft, dann entscheidet der Staat, dass er das Land selbst haben möchte oder Eure Familienburg, und erhält den Zuschlag per Gesetz, wenn er das wünscht. Die Frage ist warum sollte das so sein? Mir gefällt die Idee, dass jemand auf ein freies Stück Land gehen könnte und einen Claim absteckt, wenn der bisherige Inhaber nicht konkrete, zeitlich genau terminierte, Ziele hat, das Land so zu nutzen, dass er selbst darauf wohnt oder es anderweitig zeitnah zu nutzen. Warum sollte Grund und Boden ein Spekulationsobjekt sein, Sollten Spekulationen überhaupt noch eine Rolle spielen in einer postapokalyptischen besseren Welt. Manche Menschen wie z.B. Bill Gates haben mehr Grund und Boden für sich beansprucht als sie für jemals sich nutzen könnten. Im Bereich Nahrungsmittel streben sie damit sogar eine Markt beherrschende Position an
Früher haben Menschen nur so viel Grund beansprucht, wie sie benötigt haben, um davon zu leben. Genauso haben dies die Ureinwohner in allen Ländern getan haben, bevor sie von ehemaligen Europäern mit Gewalt „zivilisiert“ wurde. Wenn sie irgendwann vorhatten,
weiterzuziehen, dann haben sie sich ein neues Stück Land gesucht und das alte Stück Land stand wieder zur freien Verfügung. Wenn jemand besitzt, was er nicht benutzt, dann ist die Frage, warum dies nicht der Allgemeinheit gehört und warum nicht einfach jedermann dieses Land nehmen kann, wenn er damit zum Beispiel für sich und seine Familie ein Haus bauen möchte. Warum ist es in Ordnung, wenn jemand? Grenzenlos Grund besitzt, wie bei unserem konkreten Beispiel: Bill Gates, dem in Amerika mittlerweile mehr als 100.000 ha Farmflächen gehören. Nach diesem Massenankauf sind übrigens die Preise für Farmland in die Höhe geschossen. Ist es tatsächlich zielführend, dass ein Mensch 100.000 Hektar Farmfläche behalten darf? Die Antwort ist einfach: nein, ist es nicht! Es ist maßlos, egoistisch und ungerecht. Diese Person erwirbt sich ein Monopol. Wenn diese Person jetzt beschließt, diese Fläche nicht zu bestellen, oder dort giftige, genetisch modifizierte Früchte anzubauen, dann kann dadurch eine Hungerkrise oder schlimmeres entstehen. Niemand sollte eine Monopolstellung für sich beanspruchen dürfen. Ich würde vorschlagen, dass Ackerland demjenigen zur Verfügung gestellt wird, der es zweckbestimmt benutzen will. Wenn sich jemand für Landwirtschaft interessiert und möchte dort Getreide oder Gemüse oder Blumen oder ähnliches anbauen, dann sollte man ihm diesen Grund und Boden aus der Gemeinschaft zur Verfügung stellen, als Gegenleistung wird ein Teil des Ertrages dann wiederrum der Bevölkerung zur Verfügung gestellt. Wenn er seine Tätigkeit als Landwirt aufgibt, werden die Agrarflächen wieder der Allgemeinheit zurückgegeben, bis der nächste dieses Ziel wieder verfolgt oder in die Fußspuren des Vorgängers treten möchte? Es sollte ein Relikt der Vergangenheit sein, dass es Großgrundbesitzer gibt, die „Sklaven“ auf ihren Feldern arbeiten lassen.
So ähnlich wird das hier in Tansania gehandhabt. Der Grund und Boden bleibt in staatlicher Hand, auch nach einem Verkauf. Wenn jemand Land braucht, bekommt er das Land, Zu einem Preis, den er sich leisten kann, für einen Zeitraum von 99 Jahren. Es ist das Prinzip der Erbpacht. Wenn die kommende Generation keinen Anspruch erhebt das Erbe weiterzuführen, kann der Vertrag auf erneute 99 Jahre verlängert werden. Wurde das Land in den 99 Jahren nicht genutzt gehört es wieder allen Menschen. Das gilt auch, wenn Land nicht genutzt wird und jemand Anspruch erhebt. Dann muss sich der Besitzer äußern, warum er das Land nicht nutzt. Eine neue Generation, sollte nicht unter dem „Pech der späten Geburt“ leiden. Jede Generation hat das Recht und sollte die gleichen Ausgangsvoraussetzungen haben, es liegt an uns ihnen die Möglichkeit zu geben, etwas Neues aufzubauen. Wir müssen die Fehlentwicklung erkennen und stoppen, dass es Familien gibt, die als Großgrundbesitzer oder Reiche, in jeder Generation mehr Land und Besitz anhäufen. Die Wahrheit ist die Erkenntnis, dass die Erde allen Menschen und Tieren gemeinsam gehört. Jedes neu geborene Kind, sollte die Möglichkeit haben, die eigenen Träume zu verwirklichen, was echtem Fortschritt entsprechen würde. Sei es ein Haus zu bauen, Getreide anzupflanzen oder Tiere zu züchten. Sei es eine Fabrik zu bauen, eine Schule. Oder ein Hotel?
Wenn die Familie den Betrieb im Sinne des Gründers weiterbetreiben möchte, ohne dabei deutlich zu expandieren, dann Ist das sicherlich sinnvoll, dass sie das weiter tun darf. Sie beansprucht dafür aber kein neues Land, oder gibt im Wechsel wieder Land frei.
Entscheidet sich die nächste Generation allerdings, etwas völlig anderes zu tun, zum Beispiel: statt Bauer, Arzt zu werden. Dann sollte man ihm
helfen, einen Platz für seine Praxis zu finden, wo er 99 Jahre Zeit hat, Sich zu verwirklichen. Dort können sich wieder die Kinder entscheiden in die Fußstapfen zu treten um den Traditionsbetrieb weiterzuführen? Vielleicht wollen diese anschließend ein Hotel gründen?
Der ursprüngliche Arzt, kann versuchen seine Praxis an einen Nachfolger zu verkaufen, der ihn dafür als Erbe an seinen Einnahmen beteiligt. Der Vorgänger steht auf Wunsch mit Rat und Tat zur Verfügung, denn der Erfolg des Nachfolgers ist ja auch in seinem eigenen Interesse.
Falls niemand die Tradition fortführen will, fällt das Gelände zurück an die Gemeinschaft. Die Praxis oder der Betrieb wird ausgeschrieben oder aufgelöst. Manchmal findet sich dann doch noch jemand, der das Erbe antreten möchte. Natürlich kann man seine Praxis oder sein Haus auch einfach verkaufen, aber ohne, dass dafür Grunderwerbssteuer oder ähnliche Scherze anfallen (eigenes Kapitel), dann beginnt für den neuen Besitzer lediglich die 99 Jahre Regel von neuem. Das entscheidende wird sein, auf kleine Einheiten zu setzen, statt auf internationale Konzerne und Großgrundbesitzer. Lieber 40 kleine Automarken als 4 große oder 400 verschiedene Versandhandel statt nur Amazon. Ab einer zu definierenden Größe werden Unternehmen automatisch eine Volksfirma, die dann den bisherigen Inhaber zum Geschäftsführer macht. Besser wäre noch diese neuen Konzerne direkt zu zerschlagen und in kleiner Einheiten zu zerteilen und auszuschrieben . Ab einer gewissen Größe ist eine weitere Expansion um eine Markt Beherrschende Stellung zu vermeiden und durch die Gemeinschaft verboten.
Ein einfaches Beispiel: Einzelhandel statt Kette. Nach kurzer Zeit werden die Fußgängerzonen wieder belebet werden und es werden neue innovative Produkte entstehen, die dann auch wieder zum Reisen und Entdecken einladen. Es werde in kürzester Zeit Arbeitsplätze entstehen und neue Ideen und Produkte werden den Markt geradezu überfluten.
Es wird bei diesem Vorgehen schwieriger oder sogar unmöglich werden Lieferketten zu unterbrechen, indem man Quasi - Monopolisten blockiert. Menschen werden nicht mehr abhängig von einzelnen Produzenten. Dem Staat wird damit die Kontrolle über die Produktion und die Lieferketten entzogen.