Mechthild, Magnus und Johanna
Ich hatte Glück! Ich habe eine Familie, die sich von Anfang an hinter mich und meine Arbeit stellte. Auch meine Geschwister, mein Bruder Ingo und meine Schwester Frauke, glaubten meiner Einschätzung mehr. Mein Bruder gehört schon lange zur Wahrheitsbewegung und in vielen Punkten wusste er genau, was uns bevorsteht. Die Familie von meiner lieben Frau Mechthild ist gespalten. Der größte Teil unterstützt uns auf den Demonstrationen und beim Verteilen von Informationen, aber leider gibt es in der Familie auch Menschen, die so tief in der Angst gefangen sind, dass sie sich sogar haben impfen lassen. Es tut weh, das zu sehen.
Ich mute meiner Familie sehr viel zu, habe mir aber immer Mühe gegeben, ein guter Vater zu sein und viel Zeit mit meinen Kindern zu verbringen. Ich hoffe, dass deswegen ein kleines Guthaben auf dem Beziehungskonto vorliegt. In den letzten 18 Monaten war ich kein besonders guter Vater, ich war noch nicht mal ein guter Ehemann. Natürlich gehen die vielen Angriffe in der Öffentlichkeit nicht spurlos an einem vorbei. Insbesondere wird hier die gesamte Familie angegriffen und nicht nur der Hauptakteur. Das gipfelt darin, dass die Praxisräume unserer Gemeinschaftspraxis gekündigt wurden, weil ich auf Demonstrationen spreche und mich nicht von Querdenken abgrenze. Aber meine Frau, eine sehr gute und empathische Ärztin, die ihren Beruf liebt und sich zusätzlich auf Traumatherapie spezialisierte, bekam ebenfalls die Praxisräume gekündigt. Sie sprach niemals auf einer Demonstration oder tat ihre Meinung in einem Interview kund. Man verurteilte sie dennoch mit. Sippenhaft nennt man das.
Es gab sehr viele Momente, wo sie auf mich verzichten musste. Wo sie sich allein um alles kümmern musste und das ist nicht leicht bei zwei Kindern, die in die Pubertät kommen. Es fand ein kompletter Wechsel in den Rollen statt, vorher kümmerte ich mich sehr intensiv um die Familie und die Kinder. Jetzt war ich auf einmal nicht mehr da. Ich ging auf Bustour und ließ sie mit der Praxis und den Kindern allein. Manchmal konnten wir gar nicht miteinander sprechen.
Meine Frau musste sehr stark sein und auch meine Kinder mussten sehr viel Druck erleben, als man ihnen in der Schule sagte, dass man die Atteste des Vaters nicht mehr anerkennt. Meine Kinder wurden in ihren Klassen-WhatsApp-Gruppen angegriffen, diffamiert und ausgelacht.

Bodo, Magnus, Johanna und Mechthild Schiffmann
Es ist ein Geschenk, dass meine Kinder immer hinter mir standen. Sie begleiteten mich zum Teil auf Demonstrationen und beide fuhren ein Stück des Weges auf der Bustour mit und sahen, was ich tue. Sie erlebten aus nächster Nähe, wie sich die Polizei uns gegenüber verhielt.
Ich hoffe, dass sie von mir lernten, dass man seine eigene Meinung verteidigen muss. Wenn man selbst oder das Bauchgefühl einem sagt, dass hier etwas falsch läuft, dann sollte man nicht seinen Lehrern glauben, nicht Politikern oder Polizisten. Die beiden standen das alles durch. Sie trugen keine Maske und sie testeten sich nicht. Meine Kinder sind stolz auf das, was ich tue, und stehen für mich ein. Das ist unglaublich für eine Zehnjährige und einen Fünfzehnjährigen.
Ich bewundere meine Frau dafür, dass sie immer noch zu mir steht. Sie fragte mich oft, was ich erreichte und wann es endlich zu Ende sei. Es gab große Momente der Enttäuschung, wenn ich wieder einmal sagte: „Das ist jetzt die entscheidende Demonstration, dass wir den Wendepunkt bringen“, oder was auch immer. Sehr oft muss sie für mich den Kopf hinhalten. Ihre Freunde aus dem Studium ließen
sie zum großen Teil fallen, weil sie zu mir hielt. Sie ließ mich nicht allein, aber sie kritisierte mich auch sehr oft. Das tat weh, und es war wichtig.
Wenn es hart auf hart kommt, weiß ich, dass ich mich auf meine Frau und meine beiden Kinder verlassen kann. Ich weiß, dass sie mich nicht fragen werden, warum ich nichts gemacht habe, als ich erkannte, was hier passiert. Sie wurde sehr früh gewarnt, von Freunden, Bekannten und Teilen der Familie, wenn sie mich jetzt nicht zur Vernunft brächte, dass wir dann alles verlieren würden. Sie musste sich von Geschwistern anhören, dass ihr Mann verrückt geworden sei und dass sie ihn jetzt endlich zur Räson bringen müsse. Sie hielt zu mir, verteidigte mich, sagte, dass sie hinter mir stehe, weil ich das Richtige tue. Es ist sehr oft sehr belastend. Meine liebe Frau Mechthild ist meine Muse und auch mein schärfster Kritiker. Ich kann ihre Kritik häufig nicht sofort annehmen und ich werde auch manchmal ungehalten, aber sie weiß genau, dass ich darüber nachdenke, denn meistens hat sie recht. Auch wenn ich es in vielen Fällen erst nach ein paar Stunden Überlegung verstehe.
Ich brachte sehr viel von uns in die Öffentlichkeit. Dinge, von denen man nicht will, dass andere es wissen. Wir versteckten uns, wir hatten Angst, wir wussten nicht, wie es weitergeht. Aber wir sind alle gläubig. Meine Frau ist katholisch, ich bin evangelisch und wenn wir Kirchen besuchten, dann waren es sicherlich mehr katholische als evangelische. Ich bin froh darüber, denn ich lernte eine andere Art von Gottesdienst kennen. Auf der anderen Seite war ich immer sehr skeptisch gegenüber dem Vatikan und seiner Aktivität.
Wir diskutierten kontrovers über viele Themen und wuchsen daran. Wir sind beide Genussmenschen und genießen das Leben, das Essen, das Trinken, die Welt und die Freiheit. Ich bin stolz auf meine Kinder, ich bin stolz auf meine Frau.
Obwohl wir beide dasselbe studiert hatten, behandelten wir unsere Patienten immer sehr unterschiedlich. Meine Frau ist mit Sicherheit die empathischere und bessere Ärztin. Ich selbst war bis Ende 2019 ein anderer Mensch, ich war distanzierter, sachlicher, ich würde mich auch nicht als sehr sympathisch einstufen. Ich ging immer sehr nüchtern und analytisch an die Medizin heran und das Gefühl der Menschen irritierte mich eher.
In den letzten Monaten wuchs ich als Mensch, ich wurde ein anderer Mensch. Ich veränderte mich vollständig, auch das muss man als Partner aushalten. Irgendwie schafft sie es immer wieder, ich bewundere sie dafür. Ich hätte oft verstanden, wenn sie mich verlassen hätte, denn der Druck von außen, die Diffamierungen waren extrem, insbesondere auch deshalb, weil ich erst rede und danach denke. Das ist meine Schwäche. Das ist meine Stärke. Ich rede, wie mir der Schnabel gewachsen ist und alle meine Videos und Interviews gehen einfach so online, ohne rechtliche Prüfung oder vorherige Risikoanalyse.
Wenn man sich meine Reden und meine Videos anschaut, dann merkt man, dass sie sich immer wieder veränderten. Ich änderte oft meine Meinung, passte sie an, hinterfragte und bewertete sie neu. Dafür ist unter anderem auch meine Frau verantwortlich, die mich nach besonders offensiven Videos wieder ein bisschen mäßigte. So manchem Redner in unserer Bewegung würde eine Frau wie Mechthild gut zu Gesicht stehen, um sie ab und zu mal wieder auf den Boden der Tatsachen zu bringen.
Meine Kinder erstaunen mich. Sie haben diese großen Veränderungen, die wir im Leben durchmachten, erleiden müssen und lernten, in einem fremden Land zur Schule zu gehen. Sie mussten feststellen, dass diese Schulen keine schlechteren, sondern bessere Schulen sind als in unserem Land. Beide Kinder sind wunderbar, zusammen sind sie manchmal unerträglich, aber das gehört sich auch so. Ich liebe meine Kinder für ihre Stärken – und die Schwächen, die sie haben, sind in Wirklichkeit auch Stärken, auch wenn ich sie manchmal nicht ertragen kann. Es liegt mehr an mir, wenn es mir an Verständnis fehlt und ich manchmal für sie nicht mehr genug Ruhe und Gelassenheit mitbringe. Sie verzeihen mir das, das ist großartig.
Ich sehne mich nach einer Zeit, wo es nicht mehr nötig ist, auf die Straße zu gehen. Wo man sich wieder abgrenzen kann und nicht jeden Tag ein Video produzieren muss. Ich sehne mich nach einer Zeit, wo ich mein Handy einfach eine Woche lang ausstellen kann. Ich habe viel nachzuholen. Ich liebe meine Frau, sie gibt mir Kraft, sie hilft mir, durchzuhalten und sie wies mich mehr als einmal darauf hin, dass ich nicht glücklich werden würde, wenn ich jetzt aufhöre, für die Freiheit, die Wahrheit und die Demokratie zu kämpfen.
Ohne meine liebe Frau Mechthild hätte es kein Video Corona 14 gegeben, kein „alles außer Mainstream“, keine Demonstrationen, keine Freiheitsboten und auch keine Bustour. Es ist wichtig, dass sie mir meine Grenzen aufzeigt. Es ist wichtig, dass sie mir ihre Meinung sagt. Ich liebe sie und es ist für mich nie schön, lange von ihr getrennt zu sein. Wir denken sehr häufig das Gleiche, wir sprechen dieselben Worte aus, was bei unseren Kindern immer wieder zu Gelächter führt. Wir kennen uns sehr gut, wir sind eine Symbiose.

Familie Schiffmann
Mein Sohn Magnus ist ein Energiebündel. Er verfügt über ein unglaubliches Gleichgewicht und ist ein wahnsinnig guter Sportler. Er klettert, er liebt es, mit seinem Fahrrad die Freiheit zu genießen (hier musste er sehr viele Einschränkungen in Kauf nehmen). Mit spielerischer Leichtigkeit fährt er Skateboard und Waveboard und was sonst noch mit Bewegung und Gleichgewicht zu tun hat. Er ist ein fantastischer Kite-Surfer. Seine Energie ist grenzenlos. Ich wünsche ihm, dass er einen Beruf ergreifen kann, der es ihm erlaubt, so viel Freude am Sport zu haben, wie er es hat.
Meine Tochter Johanna besitzt ein unglaubliches Sprachentalent. Als ich Italienisch lernte, hörte ich sehr viele italienische Lieder. Sie sang sie sehr schnell textsicher in Italienisch mit. Sie kann hervorragend singen und sich Texte merken, ist auch in der englischen Sprache sehr textsicher. Als sie in Afrika anfing, in eine englischsprachige Schule zu gehen, fand sie schon am ersten Tag eine Freundin und nach wenigen Wochen schlug sie bei den Prüfungen teilweise die einheimischen Schüler. Johanna träumt davon, Sängerin und Schauspielerin zu werden und ich bin sicher, sie wird ihren Weg machen. Manchmal träumt sie auch davon, Ärztin zu sein und vielleicht kann sie beides ja miteinander verbinden. Beide sind tolle Menschen, ich bin sehr stolz auf meine Kinder.
Das ist meine Familie. Ich sagte häufig zu Reportern: „Meine Kinder lieben mich für das, was ich tue. Ihre werden Sie hassen.“ Davon bin ich überzeugt. Ich habe immer für die Wahrheit und für andere Menschen gekämpft, für die Freiheit aller Kinder. Meine Kinder waren mein erster und wichtigster Ansporn. Als es hieß, es gäbe eine neue Normalität, war mir klar, dass es für meine Kinder diese Normalität nicht geben wird.
Das ist meine Motivation. Das ist mein Ziel. Das ist mein Ansporn. Es ist nicht meine Welt, es ist die Welt der zukünftigen Generationen und es liegt in meiner Verantwortung, dafür zu sorgen, dass ich diese in einem guten Zustand an meine Nachfahren übergebe.