Warum will niemand mit mir reden?
Ich erwähnte es vorne schon: Wir hatten es eigentlich geschafft. Die Schwindelambulanz war medial sehr präsent. Wir wurden regelmäßig in verschiedenen Zeitungen zitiert und hatten eigene Artikel dort. Die Funke Mediengruppe hatte uns seit 2016 regelmäßig zu Topärzten erklärt und die Deutsche Presseagentur hatte unsere Fachartikel zum Thema Schwindel veröffentlicht.
Jetzt gab es noch ein weiteres Thema: Die gesamte Presse sprach nur noch über die Toten von Wuhan und über die schrecklichen Bilder aus Italien. Es gab so gut wie keine Ärzte, die eine konträre Meinung vertraten. Im Grunde genommen eine Steilvorlage für die Presse, sich einen Arzt zu suchen, der nicht der Meinung der Bundesrepublik ist. Weil das normalerweise die Berichte eher interessanter machen würde – es ist ja sehr langweilig, wenn in einer Diskussionsrunde alle Menschen dieselbe Meinung haben. Als ich die ersten Videos bei YouTube veröffentlichte, und es wurde ja mehr als ein Video und diese bekamen auch eine sehr große Aufmerksamkeit mit teilweise mehreren Millionen Klicks, rechneten wir in unserer Praxis fest damit, dass sich viele öffentlich-rechtliche Formate bei uns melden würden, weil sie gerne ein Interview hätten oder mich in eine Talkshow einladen würden. Wir rechneten fest damit, zumal uns auch Menschen schrieben, dass sie mich gezielt bei Anne Will, Markus Lanz und ähnlichen vorgeschlagen haben. So überlegten wir uns, wie wir uns mit unserer Arbeit in der Praxis darauf einstellen könnten, wie ich im Zweifelsfall kurzfristig Raum bekommen könnte, um solche Interviews wahrzunehmen.
Es rief niemand an. Es gab keine Anfragen.
Zu dieser Zeit engagierten wir eine PR- und Marketing-Agentur. Sie diente dazu, dass wir medial bekannter würden. Ich konnte also durch Auftrag an meine Öffentlichkeitsagentur zum Beispiel dafür sorgen, auch in den Verteiler für Talkshows aufgenommen zu werden. Meine Werbeagentur riet mir davon ab und sagte, ich könnte damit gegebenenfalls meinen mühsam aufgebauten Ruf wieder verlieren, denn ich hätte es ja schließlich bereits bis in die Deutsche Presseagentur geschafft, die mehrfach Artikel von mir weitergeleitet hatte.
Ich teilte meiner PR-Agentur mit, dass mir mein persönlicher Ruf egal ist und ich unbedingt möchte, dass die Nachricht, dass es sich um eine Fehleinschätzung handelt, an möglichst viele Menschen rausgeht. Eine gefährliche Fehleinschätzung einer Erkrankung, die zu einer Pandemie erklärt wurde, obwohl sie keine ist. Gefährliche Entwicklungen, die zu Wirtschaftsschäden führen werden, die zu verstärkten Selbstmorden führen werden und die zum Verlust von Millionen von Arbeitsplätzen führen werden. Gefährliche Entwicklungen, die in den Entwicklungsländern Millionen von Menschen das Leben kosten werden. Ich wollte die Menschen aus ihrer Angst holen und den Politikern zeigen, dass sie schlechte Berater haben. Ich wollte Hilfe anbieten und es war mir klar, dass ich dabei Gefahr laufe, meinen eigenen Ruf zu ruinieren. Also wies ich meine PR-Agentur an, mich in den Verteiler für Funk und Fernsehen zu geben und anzubieten, dass ich als Gesprächspartner in Talkshows komme, weil ich eine andere Meinung habe als das Robert Koch-Institut.
Die PR-Agentur sagte mir, es werden Hunderte von Anfragen kommen. Uns sollte klar sein, dass mich jetzt jeder in die Talkshows ziehen werde und dass man versuchen werde, mich lächerlich zu machen. Ich erwiderte, dass ich mir des Risikos bewusst bin und bestand darauf, alle gängigen Talkshowformate über mein Gesprächsangebot zu informieren.
Es gab nicht eine Anfrage, nicht einen Anruf, nichts!
Enttäuschung wäre hier das falsche Wort. Verwunderung trifft es viel eher! Für mich war es ein wichtiger Schritt zu erkennen, dass andere Meinungen nicht gewünscht sind. Ich hätte nicht damit gerechnet, auch meine PR-Agentur war sehr verwundert. Dort arbeiten absolute Profis, sie haben sehr große Verlage an der Hand und einen sehr großen Einfluss im Medien-Business.
Hier muss sich in Zukunft etwas verändern. Welchen Sinn macht eine Talkshow in einer Fernsehsendung, wenn nicht wirklich gleichberechtigt verschiedene Meinungen präsentiert werden? Welchen Sinn macht eine Talkshow im Radio, wenn es sich in Wirklichkeit nur um einen Monolog handelt? Wie soll sich der Bürger in einem Land eine Meinung bilden, wenn er nicht umfassend informiert wird, insbesondere wenn er sich umfassende Informationen erwartet und ihm solche versprochen werden?
Es ist schon ärgerlich, wenn in diesem Zusammenhang von Qualitätsmedien gesprochen wird. Wenn diese Qualitätsmedien zeigen, dass sie nicht an Qualität, sondern an Propaganda interessiert sind. Ich denke, wir können daraus für die Zukunft lernen. Vielleicht sollten Zuschauer bestimmen, wer sich in einer Talkshow gegenübersitzt. Man könnte das nach einer Art TED-System machen. Ich bin davon überzeugt, dass die Zuschauer mehr Vergnügen an einer echten, kontroversen Diskussion hätten, als wenn sich alle nur gegenseitig zum Mund reden.
Wir haben die Chance auf Veränderung, wir haben die Möglichkeit, das Leben und unsere Gewohnheiten neu zu definieren. Wir stehen an einer Wende. Alles kann sich ändern, wenn wir es zulassen. Es wird Zeit, dass wieder alle gehört werden und nicht nur die, die erwünscht sind. Wahrheiten können weh tun, aber sie sind wichtig.

Dr. Bodo Schiffmann, früher von den Mainstream-Medien noch gern kontaktierter Interviewpartner