Die Bustour (Coronainfo-Tour)
Am 5. September 2020 wurden wir relativ spontan gebeten, eine Doppeldemonstration durchzuführen – am Vormittag in Wien und am Nachmittag in Graz. Das Ganze wurde von Querdenken Österreich organisiert und Alexander Ehrlich stellte einen Bus bereit, um uns von einem Veranstaltungsort zum nächsten zu bringen.
Samuel Eckert war mit seinem Technikmobil, unterstützt von Wolfgang Greulich, unabhängig unterwegs. Man bat uns um Mithilfe, da wir darauf aufmerksam machen sollten, dass in Österreich eine Verschärfung des Epidemiegesetzes und eine Ermächtigungsvorlage für den Gesundheitsminister geschaffen wurde, die vergleichbar mit der deutschen Vorlage ist. Dies wurde in Wien ohne großes Medienecho vorbereitet und man erhoffte sich von unserer Popularität, dass mehr Menschen wahrnehmen, dass hier etwas schiefläuft. In Graz traf ich dann auch das erste Mal Dr. Jaroszlav Belsky und Dr. Peer Eiffler persönlich. Österreichische Ärzte, die sich genauso wie Samuel und ich für die Freiheitsbewegung engagieren, um Menschen über die nicht vorhandene Übersterblichkeit dieser so genannten Pandemie aufzuklären. Jaroszlav hatte fast einen Monat Vorsprung mit seiner Aufklärung und ich hatte ihn schon gesehen, bevor ich selbst mein erstes Video produzierte. Vielleicht war er sogar der erste überhaupt, der etwas gesagt hatte. Er meldete sich auf jeden Fall damit deutlich vor Sucharit Bhakdi und Wolfgang Wodarg zu Wort. Wir waren eingeladen und hatten das Vergnügen, in wunderschönen Ferienwohnungen zu übernachten. Hierfür möchte ich mich noch einmal bedanken. Während meine Familie in Wien blieb und sich die wunderschöne Stadt anschaute, hielt ich erst morgens die Demo in Wien ab, verabschiedete mich von meiner Familie und fuhr dann im Reisebus Richtung Graz. Für mich war dabei erstaunlich, dass ich das erste Mal seit Wochen in Ruhe arbeiten konnte. Ich hatte einen Laptop dabei und konnte völlig entspannt Rückstände an E-Mails und Ähnlichem aufarbeiten. Ich dachte mir, das Einzige, was jetzt noch fehlen würde, wäre, dass man sich hinlegen könnte und mal eine Stunde schlafen. So entstand die Idee zur Coronainfo-Tour (einer Aufklärungsreise von Stadt zu Stadt mit einem großen Bus).
Zurück in Wien setzte ich mich mit Samuel und Wolfgang zusammen und berichtete ihnen davon, dass ich auf diese Weise zwei Demos an einem Tag machen konnte und trotzdem in der Lage war zu arbeiten.
Hätte ich das alleine mit meinem Fahrzeug machen wollen, wäre das nicht gegangen. Beide waren sofort von der Idee begeistert und der Plan stand, dass wir frühestmöglich einen Bus mieten wollten, um eine Aufklärungstour durch Deutschland zu starten. Zunächst wollten wir auch noch die Schweiz und Österreich mit abdecken, aber es wurde aus rechtlicher Sicht schwierig, weswegen wir diese Länder ausließen. Es war schwierig genug, juristisch sauber in Deutschland Aufklärung zu betreiben.
Eine Woche bevor es losging, trafen wir uns bei Wolfgang in seiner Firma, um einen Plan zu machen, welche Städte wir anfahren und was wir dort genau machen wollten. Ursprünglich wollten wir Zettel verteilen und Menschen auf der Straße ansprechen. Menschen, die uns noch nicht kannten, um sie zu erreichen. Unser Ziel war, ein neues Publikum zu erschließen, Menschen, die noch nicht wussten, wer Samuel Eckert, Wolfgang Greulich oder Bodo Schiffmann waren. Wolfgang spielte zu der Zeit nur eine Unterstützerrolle. Ein großartiger Organisator, der sich in den Wochen davor auch in die Technik der Querdenken-Demonstrationen eingearbeitet hatte und uns quasi als „Roadie“ unterstützen wollte. Wie wir alle wissen, wurde aus ihm ein großartiger eigenständiger Redner, der eine völlig eigene Botschaft für die Menschen mitbrachte. Die Rolle des Wutunternehmers und des leidenschaftlichen Vaters. Wir saßen also an diesem Tisch und versuchten, uns auf Orte zu einigen, die wir besuchen wollten, ohne zu wissen, was wir da eigentlich taten. Nach etwa einer Stunde beendeten wir das Treffen und beschlossen, einfach loszufahren und flexibel auf die Situationen zu reagieren, die sich uns boten. Die Entscheidung war richtig. Dadurch, dass wir nichts im Vorhinein geplant hatten, konnte man auch keinen Plan durchkreuzen. Es war zudem unmöglich, auch wenn man sich in unsere Rechner gehackt hätte, herauszufinden, was wir als Nächstes vorhatten, denn wir wussten es selbst nicht. Viele der professionell geplanten Aktionen hätten nicht funktioniert, wenn wir sie wirklich geplant hätten. Es sah nur so aus, als hätten wir für alles schon eine Lösung in der Tasche. Die Wahrheit ist, wir hatten einen täglichen Lernprozess. Wir hatten bis zu dem Zeitpunkt noch keine eigenen Demonstrationen angemeldet. Wir wussten nicht, welchen Vorlauf man dafür braucht. Wir hatten keine Ahnung, was man dabei alles falsch machen kann – und das war gut so. Wir machten uns also auf die Suche nach einem Reisebus. Die wichtigste Vorgabe war, dass man sich im Bus duschen konnte. Wir wollten auf keinen Fall auf
Hotelzimmer angewiesen sein und wir wollten auf der anderen Seite auch nicht dafür bekannt werden, dass wir wie ein totes Wiesel rochen. Es gibt erstaunlich wenige Nightliner mit Duschen. Die Toiletten waren zudem nicht dazu geeignet, größere Verrichtungen zu machen, sodass wir darauf angewiesen waren, immer abends eine Unterkunft zu finden. Auch diese organisierten wir nicht langfristig, sondern am selben Tag, damit man uns dort nicht abpasste. Hierzu benutzten wir das Freiheitsboten-Netzwerk, welches ich kurz vorher erfunden hatte.
Es war großartig. Wir hatten jeden Abend einen Stellplatz und häufig konnten wir auch bei Freunden essen oder duschen. Insbesondere aber hatten wir eine Toilette zur Verfügung und Strom, denn die mitgebrachte Technik konnte über die bordeigene Stromversorgung nicht auf Dauer versorgt werden. Es war schon September, nachts wurde es relativ frisch. Unsere ersten Begegnungen waren ein frustrierender Versuch, Menschen in Fußgängerzonen anzusprechen. Die einzigen, die wir damit beschäftigten, waren ein paar Antifa-Kids, die mit ihren Kameras Jagd auf uns machten. Ziemlich peinlich. Mit der Zeit merkten wir, dass wir mehr erreichten, wenn wir kleine Demonstrationen machten, und diese wurden jeden Tag größer. Da die Polizei uns auch immer mehr wahrnahm, wurde auch der Widerstand immer größer, denn der Staat wollte nicht, dass wir den Menschen unsere Botschaft vermittelten. Der Bus war hier ein sehr gutes Medium, denn durch seine riesige Größe zog er Menschen an, die stehenblieben und uns zuhörten, weil sie gerne wissen wollten, was es mit diesem gigantischen Bus auf sich hatte. Die Effekte, die wir mit diesem Monstrum von Bus erzielten, hätten wir mit einem normalen Reisebus niemals erreichen können.

Die Botschaft von der Coronainfo-Tour führte dazu, dass uns viele Menschen nachreisten, und einige besuchten sogar alle Veranstal
tungen von uns. Es entstanden Freundschaften, es gab bedrohliche Momente, es gab extrem witzige Momente. Wolfgang entwickelte sich von Station zu Station und merkte, er wollte gerne auch etwas sagen, sodass Samuel und ich ihn bald dazu brachten, dass auch er das Mikrofon übernahm. Wir waren die drei Busketiere. Genau wie bei den Musketieren kam irgendwann ein Vierter dazu, und unser d‘Artagnan war Ralf Ludwig. Wir brauchten dringend einen Anwalt an Bord und ich fragte meinen Freund, ob er bereit wäre, mit uns zu kommen. Er sagte sofort zu und wir freuten uns sehr, denn die Chemie zwischen uns vier ist perfekt. Das ist doch wichtig, wenn man über einen so langen Zeitraum in einem Bus zusammen verreist.
Es gab zwischendurch auch mal ein paar Spannungen, aber im Grunde genommen entsprach das Bild, das man nach außen wahrnahm, auch der Realität im Bus: Wir waren wie eine Band. Und wir fühlten uns in unserem Tourbus auch irgendwie so. Wir hatten Spaß, weil wir merkten, dass wir von Auftritt zu Auftritt größere Unterstützung bekamen und insbesondere die Abendauftritte waren ganz besondere Momente, wenn in der Dunkelheit von allen die Nationalhymne angestimmt wurde und dazu die Lichter der Smartphones wie ein Sternenhimmel die Nacht erleuchteten. Samuel mit seinem technischen Genie verwandelte den Bus in einen Übertragungs-Wagen und sorgte dafür, dass ein perfektes Streaming um die Welt ging. Bei dem sensationellen und berühmten Stopp in Mecklenburg-Vorpommern verfolgten 90.000 Menschen live den Stream. Es ist damit wahrscheinlich der größte spontane Stream aller Zeiten. Die ganze Situation mit der Polizei war bizarr und peinlich.
Mit Ralf Ludwig hatten wir einen extrem belesenen und klugen Juristen an Bord. Wir mussten erleben, wie viele Polizisten, selbst wenn man sie darauf hinwies, dass sie eine Straftat begingen, selbstherrlich und im blinden Gehorsam Gesetze nach Gutdünken brachen und straffällig wurden. Das Ganze ging bis zu Urkundenfälschung im Amt, Meineid und anderen Vergehen. Das Gute ist, dass es millionenfach dokumentiert ist, die Streams sind längst unlöschbar gesichert.
Sehr viel Glück hatten wir auch mit unserem Busfahrer, der so gut zu uns vier passte wie der fünfte Finger zu einer Hand. Leider schafften wir es nie, Christoph dazu zu bringen, eine Rede zu halten. Christoph ging allerdings bei jedem Stopp zu den Antifanten (unser Kosewort für die Kinder der Antifa, die keine Ahnung haben, dass sie gegen
Menschen protestieren, die gegen Faschismus auf die Straße gehen) und fragte sie, warum sie eigentlich da sind.
Die Bustour war sehr wichtig für die Bewegung, für die Menschen, für die Wahrheit. In diesem Moment, wo ich dieses Buch diktiere, habe ich die Zusage, dass wir alle vier wieder zusammen für eine Woche auf Tour gehen, sodass wir am 1. August 2021 gemeinsam in Berlin sein können.
