Kryptowährung, Verschwörungstheorien, Crashkurs Streaming und Bittel-TV
Mein Freund Roger Bittel begleitet mich schon seit Anfang April 2020 durch die Höhen und Tiefen der Aufklärungsarbeit. Für mich war er der erste echte Verschwörungstheoretiker, den ich kennenlernen durfte, denn er erzählte mir Geschichten, die für mich so hanebüchen waren, dass ich irgendwann zu ihm sagte, er solle mich doch bitte damit verschonen. Ich glaube, mittlerweile habe ich ihm mehr Verschwörungstheorien erzählt als er mir, und wir haben in vielen Geschichten mehr Wahrheit gefunden, als uns lieb ist. Doch von Anfang an ...
Nach den ersten Interviews und meinen ersten 13 YouTube-Videos meldete sich bei mir ein YouTube-Kanal aus der Schweiz, der sich eigentlich mit Kryptowährung beschäftigt. Ebenfalls ein Thema, von dem ich keine Ahnung habe. Er erzählte mir, dass er regelmäßige Sendungen über Bitcoin, Ethereum und Ähnliches macht, aber meine Videos gesehen hatte und diese so interessant finde, dass er gerne mit mir ein Interview führen würde.
Die Stimme war angenehm, der Typ war nicht aufdringlich, ich dachte mir: Warum nicht? Zu diesem Zeitpunkt war es mir wichtig, möglichst viele Menschen zu erreichen und wenn ich auf diese Weise Menschen erreichen würde, die sich mit Kryptowährung beschäftigen, dann wäre das mit Sicherheit kein Fehler.
Wir hatten ein gemeinsames Interview und ich war sehr beeindruckt über die Studiotechnik, die er offensichtlich zur Verfügung hatte. Ich fragte ihn dann, wie er das mit den Einblendungen machte, welche Software er verwendete und worum es sich eigentlich handelte. Ich bin ihm sehr dankbar dafür, dass er mir die technischen Voraussetzungen geduldig erklärte, mir half, Software einzurichten und mir erklärte, wie man einen Livestream macht. Ich lernte, welche die optimalen Einstellungen für die Kamera und den Ton sind und auch, welche Fehler man vermeiden sollte. Ich glaube, ich war ein gelehriger Schüler und habe recht schnell angefangen, das Erlernte umzusetzen, indem ich zusätzlich zu meinen normalen YouTube-Videos jetzt auch noch Livestreams machen konnte.
Der Kontakt mit Roger blieb erhalten und ich habe mich auch über viele Themen mit ihm unterhalten, die ich vorher einfach nur igno
riert hatte. Wir kamen in regelmäßigen Austausch und zu dem Zeitpunkt, als wir immer häufiger miteinander telefonierten und Vertrauen zueinander aufgebaut hatten, bot er mir seine Hilfe an, da ich es nicht mehr schaffte, die vielen E-Mails und Anfragen zu beantworten. Roger übernahm mehrere Postfächer vollständig, sortierte sie für mich vor, trennte Wichtiges von Unwichtigem, beantwortete E-Mails in meinem Namen und stellte Kontakte her.
Wenn Roger eins extrem gut kann, dann ist es Netzwerken. Er bekommt Kontakt zu jedem, er schafft es, Vertrauen aufzubauen und kommt mit Menschen respektvoll ins Gespräch. Es blieb nicht bei einem Interview. Wir saßen sehr häufig zusammen vor der Kamera: Ich in Sinsheim, er in der Schweiz, und haben viele gemeinsame Erlebnisse geteilt. Eines Tages, zu Zeiten des Lockdowns, ging es ihm nicht gut. Es war das erste Wochenende, an dem die Schweiz die Grenzen etwas öffnete. Und ich fragte ihn: „Was machst du heute?“ Er hatte nichts vor, er konnte ja auch nicht irgendwo hinfahren. Dann packte ich ein paar Kisten Gemüse ein und sagte ihm, komm bitte vorbei, wir kochen zusammen.
Das war sehr schön. Es war das erste Mal, dass ich ihn persönlich kennenlernte und es tat uns beiden gut, zusammenzusitzen, zu quatschen und auch etwas gemeinsam zu kochen und zu essen. Ich koche sehr gerne und ich finde, es ist eine wunderbare Art, sich zu entspannen. Ich liebe es, Gemüse zu schneiden oder den Geruch der Gewürze wahrzunehmen. Ich liebe den Geruch von Zwiebeln, wenn sie in Fett braten, und was man mit wenigen Mitteln schmackhaft zubereiten kann.
Auch Roger ist ein Genießer. Er isst mit sehr viel Andacht. Meine Tochter sagt immer, sie sieht Roger gerne beim Essen zu, denn er kann es richtig genießen. Roger ist ein ehrlicher Mensch. Er ist aufrichtig, man kann ihm seine Meinung sagen, er ist dann nicht beleidigt und bricht nicht den Kontakt ab, sondern ist immer für einen da, wenn man ihn braucht. Eines Abends erzählte er mir, dass er jetzt nach Sansibar fliegen wird, weil er einfach eine Auszeit brauche und auch noch nicht wüsste, ob er zurückkommen möchte.
Wenige Tage später saßen auch wir im Flugzeug. Wir hatten nicht vor, dort länger zu bleiben. Wir hatten einfach nur Handgepäck dabei und dachten uns, vielleicht ist es die letzte Möglichkeit, noch einmal
in Urlaub zu fahren. Nur als wir da waren, fragten wir uns, wieso wir eigentlich zurückfahren wollen. Uns fiel keine Antwort ein.
Roger begleitete uns auf der Bus-Tour (dazu komme ich später noch), er war gemeinsam mit mir auf Demonstrationen und wir lachten, sangen und weinten auch zusammen. Wir feierten zusammen Weihnachten und den 29.08.2020 in Berlin. Er ist einer der zentralen, wichtigen Menschen, die mich aufrecht hielten, wenn ich mal versucht war zu sagen, dass alles sinnlos sei. Wir wechselten uns immer ab in unserer Stimmungslage, sodass der eine den anderen immer stützen konnte, wenn es Schwierigkeiten gab. Wir werden diese Lügen weiter gemeinsam aufdecken und wir werden unseren Teil dazu beitragen, dass die Gerechtigkeit siegt. Roger Bittel ist mein Freund. Er ist einer von vielen wunderbaren Menschen, die ich in den letzten 18 Monaten traf und die unerwartet in mein Leben kamen. Auch das zeichnet diese Zeitepoche aus. Man musste Menschen vertrauen, die man nicht kannte. Man bekam von ungezählten Menschen Hilfe angeboten, die man vorher nicht getroffen hatte und man musste erkennen, dass sich Menschen, die man für Freunde hielt, von einem abwendeten oder sogar gegen einen stellten. Ich habe vielen Menschen mein Vertrauen geschenkt und sie enttäuschten es nicht. Aber ich musste auch lernen, dass der Spruch, dass sich wahre Freunde in der Not zeigen, uneingeschränkt wahr ist.

Bodo Schiffmann mit Roger Bittel und Mechthild Schiffmann