Parteiengründen für Anfänger
Ich habe schon einige Male darüber berichtet, dass die öffentlichrechtlichen Medien aus irgendeinem Grund nicht mit mir persönlich sprechen wollten. Ich war immer noch der Überzeugung, dass es mir gelingen würde, die Maßnahmen zu beenden, wenn ich Zugang finden könnte zu den Mainstream-Medien.
Ich begann in meinen Videos laut darüber nachzudenken und es kamen natürlich die ein oder anderen Vorschläge, wie man das vielleicht erreichen könnte, aber eine wirklich durchschlagende Idee war nicht dabei.
Irgendwann kam mir die Idee, dass sich die Medien mit mir auseinandersetzen müssten, wenn ich eine Partei gründen würde. Also wenn ich genug Mitglieder hätte, dann wären sie verpflichtet, mir sogar Werbezeit zur Verfügung zu stellen und ich fing an, über diese Idee laut in meinen Kanälen zu erzählen und zu diskutieren. Ich war sehr erstaunt darüber, wie viele Menschen diese Idee unterstützten und sogar darum baten, dass ich das tue, da es dringend eine Veränderung in der politischen Welt in Deutschland geben müsste.
Ich erhielt eine Einladung von Lothar Hirneise und von Daniel Langhans zu einer Videokonferenz mit ein paar anderen kritischen Personen. Weitere Teilnehmer waren Christoph Hörstel und Ralf Ludwig. Es war ein sehr angenehmes Treffen. Wir lernten uns alle erst einmal kennen und sprachen über unsere Ideen zur Veränderung in Deutschland. Ich teilte mit, dass ich mich mit dem Gedanken tragen würde, eine Partei zu gründen. Es waren noch mehr Leute in diesem ersten Videocall, aber der enge Kontakt zu den vier genannten blieb. Lothar Hirneise gründete eine Bewegung, die „Ich bin anderer Meinung“ heißt und Dr. Daniel Langhans engagierte sich auf den verschiedensten Demonstrationen. Daniel Langhans ist ein fantastischer Netzwerker, der Menschen mit Respekt behandelt und an einen Tisch bringen kann. Ich unterhielt mich nach dieser ersten Telefonkonferenz sehr lange und ausführlich mit Christoph Hörstel und auch mit Ralf Ludwig.
Beide boten mir an, in eine bestehende Partei miteinzutreten, um mich bei meinem Vorhaben zu unterstützen, Menschen zu erreichen und mit der Presse sprechen zu können. Letztendlich verstand ich mich
mit Ralf Ludwig von Anfang an sehr gut. Es war mehr die persönliche Ebene, die hier den Ausschlag brachte. Wir sind nicht in allen Punkten einer Meinung, aber wir müssen immer wieder feststellen, dass wir Brüder im Geiste sind. Ralf und ich sehen sehr vieles sehr ähnlich. Wir gehen andere Wege und wir sind ganz andere Typen. Aber er ist sicherlich einer der tollsten Menschen, die ich in meinem Leben kennenlernte. Wir gründeten also zusammen die Partei Widerstand 2020, oder ich bin beigetreten – wie ihr wollt. Parteien gründen ist sehr einfach und danach wird es sehr kompliziert. Die Grundidee dafür, eine Partei zu gründen, war eigentlich, dass wir uns auch in Zeiten eines Lockdowns versammeln können und dass wir über das Parteiengesetz einen Schutz genießen, den wir über das Infektionsschutzgesetz nicht hatten. Es war uns von vornherein klar, dass es sich um einen langen Prozess handelte und wir wussten auch, dass man versuchen würde, unsere Arbeit zu sabotieren, wie dies bei vielen Parteien, die neu gegründet wurden und erfolgreich waren, gemacht wurde.
Es wurden von außen gezielt Personen in die Partei installiert, die es auch bis in Führungsposition schafften, von denen wir im Nachhinein allerdings feststellen mussten, dass sie nicht an der Partei interessiert waren, sondern vom Verfassungsschutz gesponsert wurden.
Wir unterschätzten es, wie viele Menschen gerne in diese Partei hineinkommen und mitarbeiten wollten und leider hat der Tag auch nur 24 Stunden. Alle Menschen, die der Partei beigetreten waren, erwarteten, dass man sofort mit jedem einzelnen reden, ihm eine Mitgliedsbescheinigung ausstellen könnte und jeder wollte sich einbringen. Das Ergebnis war Chaos: Wenn ich heute anfange, auf die Idee zu kommen, ein Haus zu bauen, dann kann ich mir natürlich Eimer und Schaufel nehmen und anfangen, drauf loszubauen, aber es bleibt fraglich, ob dieses Haus jemals fertig werden würde. Das beschreibt so ungefähr unsere Situation. Dazu kommt, dass bei diesem planlosen Hausbau alle Nachbarn kommen und uns gute Ratschläge geben würden. Da gibt es Nachbarn, die geben uns wirklich gute Ratschläge, weil sie uns gerne als Nachbarn hätten und es gibt Nachbarn, die geben uns gute Ratschläge, weil sie wollen, dass wir scheitern, damit wir ihnen nicht die Aussicht verbauen oder vielleicht lärmende Kinder nebendran im Garten haben.
Erschwerend war zusätzlich, dass wir in verschiedenen Teilen der Bundesrepublik verteilt waren und noch nicht einmal die Möglichkeit
hatten, uns für ein paar Tage gemeinsam an einen Tisch zu setzen, um das Grund-Konstrukt erst mal grob zu skizzieren. Wir waren mehr damit beschäftigt, Angriffe von bösen Menschen abzuwehren, die es sich zum Ziel setzten, unsere Webseite zu zerstören, als dass wir in der Lage gewesen wären, eine echte Struktur aufzubauen.
Dazu kommt, dass das Parteienrecht sehr komplex ist und sich eigentlich niemand wirklich damit auskennt. Damit hatte Christoph Hörstel recht, der sagte, er hätte bereits drei Parteien gegründet und uns warnte, dass wir scheitern würden. Vielleicht hätte man auf ihn hören sollen. Mir ging es nie darum, meine Partei zu gründen. Es ging mir darum, wahrgenommen zu werden, denn das Problem geht von Parteien aus – Parteien sind nicht die Lösung. Auch hier sind Ralf Ludwig und ich sehr ähnlich. Die Parteien waren auch für uns Mittel

Widerstand 2020 – Augen- statt Mundschutz
zum Zweck, das Ziel war, die Menschen zu erreichen, auf Missstände hinzuweisen und zu verhindern, dass eine Gesundheitsdiktatur aufgebaut wird. Genau das ist das, was wir beide vorhersahen und genau das ist das, was in Deutschland passierte. Dass die Partei Widerstand 2020 scheiterte und auch die Partei Wir 2020 mit denselben Problemen zu kämpfen hatte und hat, liegt einfach daran, dass Parteien Politiker anziehen. Politiker haben aber kein Interesse an den Menschen. Sie haben Interesse an den Vorteilen, die sie als Politiker genießen. Ralf und ich sind beide keine Politiker und wir werden es auch nicht. Das wussten wir von Anfang an.
Ich glaube nicht, dass irgendjemand Schuld daran hatte, dass die Partei Widerstand 2020 scheiterte. Alle, die mitarbeiteten, wollten im Grunde genommen das Beste. Aber wir konnten uns nicht zerteilen, und wir wurden erdrückt von den vielen Menschen, die uns helfen wollten. Denn hier muss man natürlich auswählen, von wem man sich helfen lässt.
Nachdem ich Widerstand 2020 verlassen hatte, wurde ich von einer größeren Menge ehemaliger Mitglieder darum gebeten, doch noch einen Neuanfang zu machen und es wurde mir versprochen, dass ich mich im Grunde um nichts kümmern müsste, denn ich wollte mich ja eigentlich um meine Aufklärungsvideos und um Pressearbeit kümmern. Ich hatte einige Menschen bei Widerstand 2020 kennengelernt und vertraute ihnen, teilweise sogar blind. Der Deal war: Ich bin das Aushängeschild und die Partei wird in meinem Sinne aufgebaut, von Menschen, denen ich vertraue, denn es war gar nicht möglich für mich, an den vielen Sitzungen teilzunehmen, Parteiprogramme zu schreiben und Ähnliches. Ich vertraute leider den falschen Menschen.
So kam es, dass ich innerhalb von nicht einmal einem Jahr zwei Parteien gründete, sie leitete und sie wieder verließ. Ich bin darauf nicht stolz, aber ich glaube auch, diese Schritte waren rückblickend sehr wichtig. Für mich waren sie eine wichtige Erkenntnis und ich lernte viel daraus, und auch viele, die mich begleiteten, machten hier eine notwendige Entwicklung. Eines ist geblieben, meine Freundschaft mit Ralf Ludwig. Der einzige Mensch, mit dem ich jederzeit wieder Parteien gründen würde. Aber das wird nicht passieren. Die Erkenntnis könnte man so zusammenfassen: Parteien sind nicht die Lösung, Parteien sind das Problem der Demokratie.