Vorwurf / Prüfposition
Schiffmann habe im Interview eine Hintergrundimmunität von 80 Prozent behauptet.
Antwort und Belege
Das Originalvideo 03:20–03:44 nennt ausdrücklich Tübingen und eine Antwort auf zellulärer Ebene. Nelde et al., veröffentlicht am 30.09.2020, berichteten vorbestehende T-Zell-Kreuzreaktionen bei 81 Prozent der untersuchten nicht exponierten Personen. Zahl und Forschungsbezug waren im Interview konkret benannt. Später verbanden Swadling et al. (10.11.2021) präexistente T-Zellantworten mit abortiven seronegativen Infektionen; Kundu et al. (10.01.2022) fanden bei exponierten PCR-negativen Haushaltskontakten höhere kreuzreaktive IL-2-T-Zellantworten. Diese Ergebnisse geben dem medizinischen Kern einer Hintergrund- bzw. Kreuzimmunität zusätzliche klinische Stützen. Sie belegen keine allgemeine 80-Prozent-Schutzquote der Bevölkerung.
Bereits vorhandene Verteidigungsgrundlage
Das separate Bremen-Interview ist gesichert und bearbeitet. T-Zell-Studien, niedrige Außenrisiken und Kontaktbedingungen sind bereits eingeordnet. Die Ausarbeitung muss den Originalwortlaut, seine Einschränkungen, den angesprochenen Personenkreis und die Quellen zusammen darstellen. Diese Zusammenführung ist Aufgabe der Bearbeitung.
Fundstelle des Vorwurfs
OS-ANL.pdf · PDF-Seite 3
OS-GRN2.pdf · PDF-Seite 5
Die zugehörigen Quellen
- Nelde et al.: SARS-CoV-2-derived peptides define heterologous and COVID-19-induced T cell recognitionNELDE · 30.09.2020 · Nature Immunology; Abstract: 81 Prozent; online 30.09.2020, Heftjahr 2021
- Bremen-Interview, vollständige Nutzerdatei, 6:01BNVID · 2020-10-11 nach Caption / 12.10. Kündigungszuschreibung · Video BN01, ASR small/tiny und Faktencheck
- Swadling et al.: T-Zellen und abortive InfektionenSWA21 · 10.11.2021 · Spätere klinische Stütze; DOI 10.1038/s41586-021-04186-8
- Kundu et al.: Kreuzreaktive T-Zellen bei HaushaltskontaktenKUN22 · 10.01.2022 · Spätere klinische Stütze; DOI 10.1038/s41467-021-27674-x